Christian Schroeder: Rede zum Waldumbau in Zeiten des Klimawandels

Rede Christian Schroeder© Plenar TV

TOP 11 Rot-grüner Antrag: Langfristige Strategien und verlässliche Unterstützung für Niedersachsens Wälder - zukunftsfeste Strukturen in Zeiten des Klimawandels

- Es gilt das gesprochene Wort - 

"Rund 1,2 Millionen Hektar Wald – das ist kein abstraktes Statistikmerkmal. Das sind 1,2 Millionen Hektar Klimaschutz, Artenvielfalt, Wertschöpfung und Heimat.

Und dieser Wald steht unter Druck: Trockenheit, Borkenkäfer, Sturmschäden – die Folgen des Klimawandels sind in unseren Wäldern längst angekommen.

Wer heute durch den Harz reist, sieht kahle Flächen, abgestorbene Fichten – aber auch junge Mischwälder. Wer heute durch den Harz reist, sieht nicht nur die Folgen des Klimawandels – Waldumbau funktioniert, wenn wir ihn konsequent und langfristig angehen.

Unser Wald braucht uns – mit kluger Politik, verlässlicher Förderung und dem Mut, langfristig zu denken. Genau das liefert dieser Antrag.

Wir setzen auf das, was funktioniert: Beratung stärken. Förderung verlässlich machen. Kleinprivatwald unterstützen. Bestehende Strukturen ausbauen, statt neue Bürokratie aufzubauen.

Über 60.000 Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer in Niedersachsen, viele davon mit kleinen Flächen, meist im Nebenerwerb – diese Menschen benötigen keine Modellprojekte für Pachtmodelle, deren Praxistauglichkeit noch vollkommen offen ist. Sie brauchen verlässliche Beratung, funktionierende Förderstrukturen und eine Landesregierung, die das Thema ernst nimmt.

Und JA – es gibt gute Ansätze im CDU-Antrag. Aber viele dieser Instrumente existieren längst vor Ort – teilweise schon seit Jahrzehnten. Was die Menschen jetzt benötigen, sind keine neuen Debatten über Organisationsformen. Sie brauchen Verlässlichkeit, Beratung und Planungssicherheit. Das sieht glücklicherweise auch der Ausschuss so und empfiehlt daher, den Antrag anzunehmen.

Was der Wald in Niedersachsen jetzt braucht, ist klar: standortangepasste Mischwälder statt Monokulturen. Wasserrückhalt statt Entwässerung. Naturnahe Bewirtschaftung statt kurzfristiger Lösungen.

Was der Wald in Niedersachsen jetzt nicht braucht: kein neues Entwässern, sondern Wiedervernässung. Kein übermäßiger Pflanzenschutzeinsatz, sondern naturnahe Bewirtschaftung."

Wälder brauchen keine Experimente – sie brauchen Verlässlichkeit. Wer den Klimawandel und die Warnungen der Wissenschaft ernst nimmt, investiert jetzt in klimaresiliente Mischwälder, in Beratung und in Zusammenarbeit. Das ist keine Ideologie. Das ist Vernunft.

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