Christian Schroeder: Rede zum Wolfsmanagement (AfD-Antrag)
TOP 24 AfD-Antrag zum Wolfsmanagement
- Es gilt das gesprochene Wort -
"Das Bundesjagdgesetz gilt seit April 2026. Die Tinte ist bisher nicht trocken – und die AfD stellt bereits einen Antrag, weil ihr die Umsetzung nicht schnell genug geht. Dabei hat das Ministerium bereits eine Empfehlung an die Jagdbehörden herausgegeben und klar angekündigt, einen niedersachsenweiten Managementplan zu erarbeiten. Das ist nicht Nichtstun – das ist geordnetes, rechtsstaatliches Handeln.
Das Gesetz ist seit April in Kraft. Sechs Wochen später stellt die AfD einen Antrag, weil ihr die Umsetzung zu langsam geht. Sechs Wochen. Das nennt sich Politik der Ungeduld – und die produziert keine Managementpläne, sondern nur Lärm.
Schauen wir auf den Kern des Antrags: Die AfD will die Zuständigkeit vorsorglich auf die Landkreise übertragen – schon heute, für einen Fall, der noch gar nicht eingetreten ist. Das verkennt eine entscheidende Realität: Wölfe halten sich nicht an Landkreisgrenzen. Rudel, Wanderbewegungen, Streifgebiete – all das überschreitet regelmäßig kommunale Grenzen. Genau deshalb brauchen wir einen landesweiten Plan, keine zwanzig verschiedenen.
Dazu kommt: Populationsdaten, genetische Nachweise, Monitoring – das wird alles bereits zentral auf Landesebene gebündelt. Die fachliche Kompetenz liegt nicht ausschließlich vor Ort. Unterschiedliche Eingriffsschwellen in benachbarten Landkreisen würden Rechtsunsicherheit erzeugen und den gerichtsfesten Bestand des gesamten Managements gefährden.
Und noch etwas: Der Wolf ist als Schlüsselspezies ökologisch unverzichtbar. Er reduziert Verbissdruck, fördert Waldverjüngung – gerade angesichts des Klimawandels keine Kleinigkeit. Wer das ohne Plan wegschießt, schießt sich ins eigene Knie.
Wer echte Lösungen will, investiert in Herdenschutz – nicht in Schlagzeilen. Der Wolf benötigt kein voreiliges Abschussrecht, er benötigt Management. Und das beginnt nicht mit dem Gewehr, sondern mit dem Verstand.
Wir nehmen die Sorgen der Weidetierhalterinnen und Weidetierhalter ernst. Sie verdienen wirksamen Herdenschutz, schnelle Entnahmen bei Problemwölfen und faire Entschädigung. Das leisten die neuen Regelungen. Was sie nicht brauchen: Flickenteppich statt Rechtssicherheit.
Und eine ganz praktische Frage zum Schluss, die sich die AfD offenbar nicht gestellt hat: Haben Sie eigentlich die Landkreise gefragt, ob diese die zusätzliche rechtliche Verantwortung überhaupt übernehmen wollen?"