Michael Lühmann: Rede zum Schwimmenlernen (rot-grüner Antrag)
TOP 26 Rot-grüner Antrag: Schwimmen lernen - Leben retten. Flächendeckende Unterstützung beim Schwimmenlernen
- Es gilt das gesprochene Wort -
"Chlor, Pommes und Sonnenmilch, wie viele von Ihnen haben jetzt diesen Geruch in der Nase? Oder diesen ganz speziellen Lärmpegel im Ohr in der Nähe von Sprungtürmen, oder umgekehrt, die besondere Ruhe im Schwimmbad beim frühmorgendlichen Bahnen ziehen? Diejenigen unter Ihnen, die das gerade in Nase und Ohr haben, haben dies recht sicher, weil sie selbst auch schwimmen können.
Vor dem Schwimmen können liegt, und das klingt am Ende banaler als es ist, das Erlernen des Schwimmens und hier haben wir eine leider (wieder) wachsende gesellschaftliche Herausforderung. Zu wenige Kinder, so die Warnung des DLRG, können schwimmen (da haben wir die Bandbreite von ersten Schwimmfähigkeiten bis hin zu sicherem Schwimmen noch nicht berührt.) Ziel soll und muss es daher sein, dass am Ende der Grundschule alle Kinder auf der Niveaustufe Bronze schwimmen können.
So einfach Schwimmen von außen aussehen mag, so komplex sind die sicheren Abläufe dahinter. Und so einfach die Lösungsansätze klingen, so komplex und ja, auch teuer, sind sie dann doch. Gerade auch wegen jener Betonschulden, die aus den nicht einhaltbaren Versprechen der Planenden der 70er Jahre und dem Sparfetisch der 90er und Nuller Jahre resultieren.
Deshalb bin ich froh, dass wir, bei allen anderen Herausforderungen, kontinuierlich das Schwimmenlernen durch Einstellung und Fortbildung von Lehrkräften, guten Austausch zwischen allen Akteurinnen, durch Programme wie „Startklar in die Zukunft“ und „Niedersachsen lernt Schwimmen“ oder zusätzliche Finanzhilfen zur Förderung von Schwimmkursen und zur Qualifizierung von Übungsleitenden unterstützen konnten und bitten die Landesregierung, hier anzuknüpfen.
Dabei ist aber auch klar, ohne die vielen Ehrenamtlichen wäre viel Mühe vergebens. Mein ausdrücklicher Dank gilt der DLRG, Landeschwimmverband, Landessportbund, Sportjugend und den vielen Vereinen, die hier quasi die Software und gemeinsam mit den Kommunen auch die Hardware stellen, um Kindern Schwimmen beizubringen. Oder wie etwa der ASC Göttingen, mutig zeigen, wie bezahlbarer Schwimmstättenbau in Vereinshand geht.
Dennoch wissen wir, die kommunalen Spitzen waren ja gestern vor Ort, wie teuer die Hardware ist. Für erste Abhilfe haben hier die von SPD und Grünen über die politische Liste mobilisierten 35 Millionen Euro für die Sanierung von voraussichtlich mehr als 30 Lehrschwimmbecken gesorgt. Und auch die weiteren 10 Millionen Euro für den Vereinssportstättenbau entfalten hier Wirkung, fast 800 Projekte konnten 2025 so durch den Landessportbund kofinanziert werden.
Dazu kommen Mittel aus dem Sondervermögen in Höhe von 4,7 Milliarden, die wir an die Kommunen durchreichen, die 600 Millionen aus dem Kommunalinvestitionsprogramm und nicht zuletzt die Mittel aus der Sportmilliarde.
Oder eher einer Sport-Drittelmilliarde und ich will auch das hier ganz klar sagen. Wir haben als Grüne dieser Bundesregierung nicht 500 Milliarden Sondervermögen ermöglicht, damit sie die eigene Klientel beschenkt. Sondern damit spürbar Investitionen entfesselt werden in möglichst klimaneutrale, moderne, inklusive Sport- und Schwimmstätten. Durch die Erhöhung der Pendlerpauschale lernt jedenfalls kein Kind schwimmen, durch Investitionen in Schwimmstätten schon."