Volker Bajus: Rede zur neuen Landeskampagne
TOP 33a Aktuelle Stunde (AfD): Neues Motto für Niedersachsen - ist das groß?
- Es gilt das gesprochene Wort -
Die Aktuelle Stunde der AfD zeigt vor allem eins: Die neue Kampagne funktioniert. Über sie wird geredet. Auf Marktplätzen, in Redaktionen, in sozialen Medien – und hier im Landtag.
Klar kann man über den Claim streiten. Man kann ihn mögen oder nicht mögen. Aber das Schlimmste, was einer Kampagne passieren kann, ist nicht Kritik. Das Schlimmste ist Gleichgültigkeit. Und genau die gibt es hier nicht.
Ich erinnere an „The Länd“. Als die Kampagne in Baden-Württemberg vorgestellt wurde, wurde gespottet, gelacht und gewitzelt. Heute gilt die Kampagne als Erfolgsmodell. Der erste Reflex ist eben nicht immer das richtige Urteil.
Und natürlich sind die Stimmen der Kritik oft lauter als die der Unterstützer. Das ist bei neuen Kampagnen fast immer so. Die Frage ist: Was soll sie erreichen?
Sie soll für Niedersachsen werben – für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort, für ein Land, das Talente, Investitionen und Unternehmen anzieht. Und, das tut sie. Sie erzählt Geschichten, die viele nicht erwarten. Pferdeland – klar. Aber, Hand aufs Herz, hätten Sie gewusst, dass wir das Babyland Nummer 1 sind? Ist doch ‚ne tolle Botschaft.
Niedersachsen ist groß: Energieland Nummer eins. Starkes Industrieland – vom Auto bis zum Stahl. Agrarland – Kartoffeln, Lebensmittel und vieles mehr. Das ist nicht klein, nicht durchschnittlich. Das ist groß.
Werbung muss nicht denen gefallen, die sie beauftragen. Der Köder muss dem Fisch und nicht dem Angler schmecken.
Der Claim spielt mit unserer Bescheidenheit. Ja, Understatement kann sympathisch sein. Aber wer auf den Weltmärkten bestehen will – mit Autos, Windkrafttechnik, Stahl oder Landwirtschaft –, der muss selbstbewusst für sich trommeln.
Ja, da muss man auch mal Geld für in die Hand nehmen und in Werbung investieren. 10 Millionen Euro sind ja nicht für den Claim, sondern die gesamte Kampagne.
Dass die AfD diese Kampagne nicht versteht, überrascht nicht. Erinnern Sie sich? Im ARD-Sommerinterview 2025 sollte Frau Weidel drei gute Dinge über Deutschland nennen. Nur drei! Sie wusste kein einziges:
Kein Brot. Kein Bier. Kein Leibniz. Kein Remarque.
Nicht einmal die vielen Ehrenamtlichen, die jeden Tag in Feuerwehren, Sportvereinen oder sozialen Einrichtungen den Laden zusammenhalten.
Wer stets nur miesepetrig auf unser Land blickt, kann keine Größe mehr erkennen. Die AFD denkt klein, kleinkariert, kleinmütig.
Ein Privileg unseres Mandats ist, dass wir viel im Land rumkommen. Von der Grafschaft Bentheim ins Wendland, von Hann. Münden nach Leer. Niedersachsen ist verdammt groß: groß an Fläche, an Vielfalt, an Menschen und Möglichkeiten.
Deshalb freue ich mich, dass Dennis Schröder Schirmherr der Kampagne ist. Ein Braunschweiger, ein Weltmeister. Das ist groß. Und Deniz Undav? Ein weiterer Niedersachse mit Erfolgsgeschichte – vielleicht auch bald Weltmeister. Viel Glück heute Abend, der Mannschaft!
Am Interessantesten ist, was nach dem Start passiert ist. Viele haben den Claim weitergedacht. Die Sportjugend macht daraus „spektakulär“, „eiskalt“, „goldig“. Die DGB-Jugend: „fair“, „bezahlbar“, „verlässlich“. Ein Osnabrücker Start-up-Accelerator: „Niedersachsen – das ist machen“.
„Niedersachsen. Klar.“ hat kaum Spuren hinterlassen, da hat kaum jemand einen Spin gemacht. Der war allen egal. Hier aber wird das Ganze weitergedreht. Und genau das ist der Punkt.
Niedersachsen, das ist Meer. Niedersachsen, das ist Moor. Niedersachsen, das ist Grün. Niedersachsen, das ist Zukunft.
Mäkeln hat kein Land besser gemacht. Die AfD gibt wieder den Meckerpott, den Miesmacher und den Muffelkopp. Auf solchen Schultern baut man kein Land.
Wir sagen dagegen: Niedersachsen ist groß, ja großartig. Niedersachsen ist Zuhause. Niedersachsen ist Zukunft – und hat allen Grund, selbstbewusst zu zeigen, was in ihm steckt.