Einsparungen aus Rückgang der Schülerzahlen bereits mehrfach verplant:Ab 2009 fehlen 1000 Lehrerstellen
„Wenn die Landesregierung dabei bleibt, zum Ausgleich für das Auslaufen des Arbeitszeitkontos nach den Sommerferien 2008 und zu Beginn des folgenden Schuljahres 2009/2010 nur jeweils 250 zusätzliche Lehrkräfte einzustellen, wird es zu erheblichen Einschnitten kommen“, so Ina Korter.
Die schulpolitische Sprecherin der Landtagsgrünen Ina Korter geht davon aus, dass es in den kommenden Schuljahren zu erheblichen Defiziten bei der Unterrichtsversorgung kommen wird. "Wenn die Landesregierung dabei bleibt, zum Ausgleich für das Auslaufen des Arbeitszeitkontos nach den Sommerferien 2008 und zu Beginn des folgenden Schuljahres 2009/2010 nur jeweils 250 zusätzliche Lehrkräfte einzustellen, wird es zu erheblichen Einschnitten kommen", sagte die Grünen-Politikerin am Mittwoch (heute) in Hannover. Ab Sommer kommenden Jahres würden rund 1000 Lehrerinnen und Lehrer fehlen.
Die Ressourcen, die durch den Rückgang der Schülerzahlen frei würden, seien für das Hauptschul-Profilierungsprogramm und den Nachmittagsunterricht an Ganztagsschulen längst mehrfach verplant, sagte Korter. "Zusätzlich hat der Ministerpräsident im Landtagswahlkampf kleinere Klassen versprochen. Darauf und auf die Freistellungsstunden für die Schulleitungen werden Schüler, Lehrer und Eltern vermutlich bis zum St.-Nimmerleinstag warten müssen."
Schon jetzt sei klar, dass es zum kommenden Schuljahr für kein einziges neues Ganztagsgymnasium ein Budget geben werde. "Der Aktionsplan der Kultusministerin zum Turbo-Gymnasium ist schon jetzt das Papier nicht wert, auf dem er geschrieben steht", sagte die Grünen-Politikerin.
Korter rechnete vor, dass mit dem Ende der Ansparphase bei den Lehrerarbeitszeitkonten zum kommenden Schuljahr 409 Stellen benötigt würden. Hinzu kämen 155 Stellen, die für den sofort in Anspruch genommenen Abbau der angesparten Überstunden bereitgestellt werden müssen. Wenn davon die geplanten 250 Neueinstellungen abgezogen würden, blieb in diesem Jahr immer noch ein Fehlbestand von 314 Stellen.
Zum Sommer 2009 mache das Ende der Ansparphase 789 Stellen aus und der Überstundenabbau zusätzlich bis zu 636 Stellen. Trotz der geplanten weiteren 250 Neueinstellungen ergäbe sich dann eine Versorgungslücke von rund 900 fehlenden Lehrkräften. Hinzu kämen mindestens 100 Stellen, die für das Vorziehen des Einschulungsalters benötigt würden.
Den Beschluss der Landesregierung, den finanziellen Ausgleich für das Arbeitszeitkonto nur in Raten auszuzahlen, bezeichnete Korter als "erneuten Wortbruch des Ministerpräsidenten". Als Folge würden noch weniger Lehrkräfte bereit sein, auf einen zeitlichen Ausgleich zu verzichten.