Pressemeldung Nr. 770 vom

Abgeschobener Kurde im syrischen Gefängnis besucht - Stokar fordert Freilassung

Der aus Niedersachsen abgeschobene syrische Kurde Hussain Daoud ist seit dem 04.02.2001 in Sednaya/Syrien in Haft. Das geht aus der Antwort auf einen persönlichen Brief der innenpolitischen Sprecherin...

Der aus Niedersachsen abgeschobene syrische Kurde Hussain Daoud ist seit dem 04.02.2001 in Sednaya/Syrien in Haft. Das geht aus der Antwort auf einen persönlichen Brief der innenpolitischen Sprecherin der Landtagsgrünen Silke Stokar an Außenminister Joschka Fischer hervor.
Am 12. Mai 2001 war auf einer Demonstration in Braunschweig unter anderem von der PDS-Bundestagsabgeordneten Lippmann behauptet worden, Hussain Daoud sei im syrischen Gefängnis zu Tode gefoltert worden. "Diese unverantwortliche Darstellung hat Herrn Daoud zusätzlich gefährdet", sagte Stokar am Mittwoch (heute) in Hannover.
Die Grünen-Abgeordnete ist froh, dass die "stillen Bemühungen des Auswärtigen Amtes jetzt zu einem ersten Erfolg geführt haben."
Wie aus dem Berliner Schreiben hervorgeht, konnte die Identität von Hussain Daoud aufgrund von Fotos sicher festgestellt werden. Nach Auskunft des Botschaftsvertreters, der ihn im Gefängnis besuchen konnte, machte Herr Daoud einen angespannten, aber geistig klaren Eindruck. Offensichtliche Folterspuren seien nicht zu erkennen gewesen. Zu seiner Haftsituation konnte Herr Daoud sich nicht frei äußern, weil das Gespräch von einem Mitarbeiter des syrischen Geheimdienstes überwacht wurde.
Zum Tatvorwurf gegenüber Herrn Daoud machten die syrischen Behörden keine Angaben.
Die Grünen-Abgeordnete Stokar will sich weiterhin für die Freilassung von Herrn Daoud und seine Rückkehr nach Niedersachsen einsetzen.

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