Pressemeldung Nr. 85 vom

Mehr Frauen in Führung und Aufsichtsräte:Alle Zeichen stehen auf Quote – jetzt gilt’s!

„Wir brauchen keine Worthülsen, sondern klare Bekenntnisse für einen längst überfälligen parteiübergreifenden Beschluss. Nur eine verbindliche Frauenquote ist die richtige Konsequenz aus dem Scheitern der freiwilligen Zusagen der Wirtschaft“, so Elke Twesten.

Zur morgigen Abstimmung im Bundestag über eine Quote für Aufsichtsräte erklärt Elke Twesten, Frauenpolitische Sprecherin der Grünen im niedersächsischen Landtag: 

„Schön wär’s, wenn diese Vision nun endlich auch in Deutschland wirklich werden würde -  und gut für unsere Wirtschaft! Norwegen hat diese Quote bereits 2007 eingeführt. Das Beispiel zeigt, dass sie funktionieren kann. Ein Land, das seinen Verfassungsauftrag zur Gleichstellung ernst nimmt, kann viel erreichen. Diesen Mut  wünschen wir uns bei der morgigen Abstimmung im Bundestag von allen Abgeordneten, die sich bereits im Rahmen der `Berliner Erklärung` öffentlich für eine gesetzliche Frauenquote ausgesprochen haben. Sie könnten ihren Worten jetzt Taten folgen lassen, sollten sich nicht in letzter Minute gegen ihre eigentliche Überzeugung  von der Fraktionsspitze der CDU erpressen lassen. Freiwillig, das bringt’s nicht, das vor allem haben die letzten Jahren unter Kristina Schröder gezeigt – ohne eine verbindliche Quote wird es nicht gelingen, den Frauenanteil in Aufsichtsräten deutlich, spürbar und sichtbar zu erhöhen! Auch rein demografisch gesehen stehen wir vor einem eklatanten Führungskräftemangel - unsere Volkswirtschaft wird in echte Wachstumsprobleme geraten, wenn wir bei den Führungsaufgaben weiterhin auf 50 Prozent des Talent-Pools verzichten.

Union und FDP haben in Sachen Gleichstellung kaum etwas getan, stattdessen das unsinnige Betreuungsgeld beschlossen oder die Minijob-Verdienstgrenze erhöht. Sie setzen auf Freiwilligkeit bei Fördermaßnahmen in der Wirtschaft, obwohl längst klar ist, dass sich so kaum etwas bewegt. Wir brauchen klare gesetzliche Regelungen und eine Gleichstellungspolitik, die diesen Namen verdient. Wir brauchen keine Worthülsen, sondern klare Bekenntnisse für einen längst überfälligen parteiübergreifenden Beschluss. Nur eine verbindliche Frauenquote ist die richtige Konsequenz aus dem Scheitern der freiwilligen Zusagen der Wirtschaft.“

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