Antrag zu Gensaat im Ausschuss blockiert - peinliche "Bildungsreise" der Agrarpolitiker von CDU und FDP zur KWS
Den "unqualifizierten Umgang" der Regierungsfraktionen mit einem Entschließungsantrag gegen gentechnisch verändertes Saatgut haben die Landtagsgrünen kritisiert. Die bereits im letzten Sommer erstmals...
Den "unqualifizierten Umgang" der Regierungsfraktionen mit einem Entschließungsantrag gegen gentechnisch verändertes Saatgut haben die Landtagsgrünen kritisiert. Die bereits im letzten Sommer erstmals und in diesem April erneut eingebrachte Initiative wurde bislang im zuständigen Ausschuss nicht abschließend behandelt, weil die jeweiligen Mehrheiten mit unzureichender Kenntnis über das Thema argumentierten.
Anlässlich des heutigen (Freitag) Besuchs von Landwirtschaftsminister Ehlen und den Agrarpolitikern von CDU und FDP bei der Kleinwanzlebener Saatzucht (KWS) in Einbeck bezweifelt der grüne Agrarexperte Hans-Jürgen Klein den Wert dieser "Bildungsreise". Die KWS werde nicht der beste Ratgeber in dieser Frage sein. "Das Interesse der Saatgutindustrie ist es, mit Gentechnik Geld zu verdienen. Viele Bauern jedoch wollen gentechnikfrei produzieren und noch mehr Verbraucher wollen ebenso einkaufen", sagte der Grünen-Politiker. Diesen Widerspruch könnten CDU und FDP nur thematiseren, wenn sie auch das Gespräch mit Kritikern der Gensaat und Verbraucherschützern suchen.
Die Grünen fordern in ihrem Antrag wirksame Regelungen, um das Auskreuzen und Verunreinigen durch gentechnisch veränderte Organismen zu verhindern. Gentechnikanwender sollen für Schäden, die dadurch gentechnikfreien Betrieben entstehen, haftbar gemacht werden können. "Ohne solche Regelungen ist kein Bioanbau und auch kein konventioneller Anbau ohne Gentechnik möglich", sagte Klein.
"Dass sich die Abgeordenten erst jetzt über diesen seit Jahren diskutierten und sehr wichtigen Aspekt ihres Arbeitsfeldes informieren müssen ist peinlich. Wenn sie dazu nicht alle Seiten hören, dann ist das verantwortungslos" sagte der Grünen-Politiker, der auf eine abschließende und sachgerechte Befassung im Ausschuss drängt.