Arbeitszeitlösung an der MHH muss Einhaltung des Gesetzes und flexible Regelungen ermöglichen
Die Landtagsgrünen fordern Wissenschaftsminister Oppermann auf, im Streit um die Beanstandungen des Gewerbeaufsichtsamtes an Arbeitszeitverstößen an der Medizinischen Hochschule Hannover initiativ zu...
Die Landtagsgrünen fordern Wissenschaftsminister Oppermann auf, im Streit um die Beanstandungen des Gewerbeaufsichtsamtes an Arbeitszeitverstößen an der Medizinischen Hochschule Hannover initiativ zu werden. "Jetzt steht nicht, wie von einzelnen Ärzten gefordert, die Änderung des Arbeitszeitgesetzes an, sondern die schnelle Umsetzung intelligenter Arbeitszeitmodelle", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Brigitte Pothmer am Dienstag in Hannover.
Das Interesse einzelner Professoren aus Chirurgie und Transplantationsmedizin dürfe nicht zur Aufkündigung aller Bestimmungen führen, die aus Kenntnis der Verhältnisse in Kliniken zum Schutz von PatientInnen und Arbeitnehmern beschlossen wurden, sagte die Grünen-Politikerin. "Ein guter Arzt ist vor allem auch ein ausgeruhter Arzt", entgegnete Pothmer der Äußerung des hannoverschen Herzchirugen Haverich, der behauptet, dass ein "guter Arzt länger als 48 Stunden arbeitet". Das medizinische Personal werde nicht durch ständige Überlastung motiviert und gefördert, sagte die Grüne.
Der Wissenschaftsminister soll dafür Sorge tragen, dass die Auflagen des Gewerbeaufsichtsamtes umgesetzt werden. Pothmer: "Es geht um die neuen Schichtdienstmodelle und es geht um Vereinbarungen mit dem Personalrat, die auch die besonderen Anforderungen in speziellen medizinischen Versorgungsbereichen berücksichtigen." Dann könnten sowohl die Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes gewährleistet werden, als auch flexible Regelungen für einzelne Abteilungen und Ärzte ermöglicht werden.