Erkenntnisse über 16-fach höhere Tritiumwerte liegen seit November 2008 vor:Atomaufsicht hat in „ungeheuerlichem Umfang“ für Desinformation und Vertuschung gesorgt
Stefan Wenzel forderte die Landesregierung auf, die verantwortlichen Beamten abzulösen, bis die gesamten Vorgänge um die Asse aufgeklärt seien. Zu klären sei auch, seit wann die Hausspitze über die Zahlen unterrichtet worden sei.
Die Landtagsgrünen haben der Atomaufsicht des Landes Niedersachsen vorgeworfen, in einem "ungeheuerlichen Umfang" für Desinformation und Vertuschung über das Asse-Inventar gesorgt zu haben. "Das Tritiuminventar ist offensichtlich 16mal höher als bislang bekannte offizielle Zahlen des niedersächsischen Umweltministeriums und des ehemaligen Betreibers aussagen", sagte der Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Stefan Wenzel am Freitag (heute) in Hannover.
Anlässlich einer Unterrichtung durch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und das Niedersächsische Umweltministerium in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Klimaschutz habe das BfS auf entsprechende Zahlen des Ingenieurbüros 'Brenk Systemplanung' verwiesen, die dem Niedersächsischen Umweltministerium seit November 2008 vorliegen.
Ob auch andere Radionuklide in deutlich höherer Menge vorlägen, sei noch unklar. "Das ist ein Schock", sagte Wenzel. Der Grünen-Politiker forderte die Landesregierung auf, die verantwortlichen Beamten abzulösen, bis die gesamten Vorgänge um die Asse aufgeklärt seien. Zu klären sei auch, seit wann die Hausspitze über die Zahlen unterrichtet worden sei.
Aufgaben des Niedersächsischen Umweltministeriums für das Genehmigungsverfahren nach Atomrecht sowie die Aufgaben nach Bergrecht dürfen künftig nur noch von Mitarbeitern bearbeitet werden, die bislang nicht mit der Asse befasst gewesen seien, forderte Wenzel abschließend.