Beurteilungen des Landes nach "Schema F" nicht sachgerecht
Anlassbeurteilung statt StichtagsbeurteilungDie grüne Landtagsfraktion zeigt sich enttäuscht von dem vom Innenministerium in die Verbändeanhörung gegebenen Entwurf für eine neue Beurteilungsverordnu...
GRÜNE: Beurteilungen des Landes nach
"Schema F" nicht sachgerecht
Anlassbeurteilung statt Stichtagsbeurteilung
Die grüne Landtagsfraktion zeigt sich enttäuscht von dem vom Innenministerium in die Verbändeanhörung gegebenen Entwurf für eine neue Beurteilungsverordnung des Landes.
Die überfällige Vorlage für ein gerichtsfestes Beurteilungsverfahren für den gesamten Landesdienst bleibe weit hinter den Erfordernissen einer modernen Dienstleistungsverwaltung zurück, erklärte der Vorsitzende des Ausschusses für Verwaltungsreform und öffentliches Dienstrecht Enno Hagenah. Das Ziel einer leistungsgerechten Beurteilung werde mit einer alle 3 Jahre obligatorischen Stichtagsbeurteilung nicht erreicht. Gerechtigkeit und Transparenz würden in einem derartigen Verfahren nach Schema F nur vordergründig hergestellt. Die praktische Erfahrung habe gelehrt, dass eine derartige Massenabfertigung den vielfältigen Herausforderungen im Dienstalltag der Beschäftigten nicht gerecht und in Routine mit wenig aussagekräftigen Strichlisten versanden werde.
Hagenah: "Zu einer leistungs- und kundenorientierten Verwaltung gehört eine individuelle Anlassbeurteilung. Nur so haben die Beschäftigten die Chance, zu zeigen was in ihnen steckt, zugleich werden Belastungsgrenzen und Defizite deutlich." Ein weiterer Vorteil liege darin, dass Vorgesetzte und Mitarbeiter aufgrund der Ergebnisse die Möglichkeit haben, zielgenau Fortbildungs- und Förderangebote einzusetzen.
"Die Landesregierung verspielt mit diesem altbackenen Beurteilungsverfahren erneut die Möglichkeit, dem Verwaltungsreformprozess in Niedersachsen mehr Dynamik und Engagement von Seiten der Beschäftigten zu geben."