Pressemeldung Nr. 2821 vom

Bündnisgrünes Spitzentreffen in Wernigerode - Sachsen-Anhalter und Niedersachsen beraten über gemeinsamen Nationalpark Harz

Die Landtagsfraktion der Grünen in Niedersachsen traf im Rahmen ihrer Sommertour durch den Harz gestern mit dem grünen Landesvorstand Sachsen-Anhalt und Wernigeröder Kommunalpolitikern zusammen. Im An...

Die Landtagsfraktion der Grünen in Niedersachsen traf im Rahmen ihrer Sommertour durch den Harz gestern mit dem grünen Landesvorstand Sachsen-Anhalt und Wernigeröder Kommunalpolitikern zusammen. Im Anschluss an einen Empfang bei Wernigerodes Landrat Dr. Michael Ermrich fuhren Niedersachsen und Sachsen-Anhalter zudem mit der Harzer Schmalspurbahn (HSB) auf den Brocken. Die grünen Landespolitiker und der Landrat bekräftigten gemeinsam, dass bei der zuküftigen Entwicklung des Nationalparkes auch die Potenziale der ansässigen Hochschule Harz stärker genutzt werden müssten.
Das know how im Studiengang für Tourismus müsse abgerufen und in die Prozesse einbezogen werden. Während der Brocken-Fahrt führten die grünen Politiker Gespräche mit dem Leiter des Nationalparks Hochharz und dem Geschäftsführer der HSB.
Die Zusammenlegung der Harzer Nationalparke war Thema aller Gespräche. Die Grünen der beiden Nachbarländer verständigten sich über gemeinsame Grundsätze zur Zusammenlegung der beiden Harzer Nationalparke.
Inés Brock, Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen in Sachsen Anhalt, bekräftigte erneut, dass die Zusammenlegung der beiden Nationalparke längst überfällig sei. "Wir erwarten, dass die Landesregierungen noch in diesem Herbst einen Fahrplan für die Fusion vorlegen und erklären, wie sie die Kommunen, Verbände und Bürger an dem Prozeß beteiligen werden."
Die einzigartige Naturlandschaft des Harzes müsse einheitlich geschützt werden, die internationalen Anforderungen für Nationalparke voll umgesetzt werden. Nur so sei ein gemeinsamer Harz-Nationalpark glaubwürdig und könne zugleich eine wichtige Grundlage für die wirtschaftliche und touristische Entwicklung der gesamten Region sein. "Der Naturschutz setzt im Harz ein Zeichen für das Zusammenwachsen einer Region über die frühere innerdeutsche Grenze hinweg. Das ist bisher einmalig in Deutschland," betonte Dorothea Steiner, naturschutzpolitische Sprecherin der niedersächsischen Landtagsfraktion.
Die Möglichkeiten, die der Nationalpark für den Tourismus biete, würden bislang noch nicht ausreichend genutzt. Ziel müsse sein, den gemeinsamen Nationalpark zu einem Tourismusmagneten zu profilieren, der europaweit ausstrahle. Gerade Angebote für naturnahen Tourismus wie Mountainbiking seien auszubauen.
Deshalb müsse das Mountainbikewegenetz, das im Westharz geplant werde, im Ostharz weitergeführt werden, forderten die Grünen.
Die Defizite beim Tourismusmarketing müssten überwunden werden. Um erfolgreich zu sein, müssten die Harzgemeinden weg vom tourismuspolitischen Kirchturmdenken hin zu einer gemeinsamen Vermarktung der Region. Nur so könne eine tragfähige Perspektive für die Region entwickelt werden, erklärten die Bündnisgrünen der beiden Länder.

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