Hauptschule in der Krise:Busemann bekommt Unterrichtsversorgung nicht in den Griff
„Der Kultusminister ist mit seinem Versprechen einer gesicherten Unterrichtsversorgung endgültig gescheitert“, so Ina Korter.
"Der Kultusminister ist mit seinem Versprechen einer gesicherten Unterrichtsversorgung endgültig gescheitert." Das erklärte die stellvertretende Vorsitzende der grünen Landtagsfraktion, Ina Korter, zur Vorlage der aktuellen Unterrichtsversorgungszahlen. Auch mit den Lehrereinstellungen zum 1. November könnten die Lücken nicht geschlossen werden. An vielen Schulen liege die Unterrichtsversorgung weiterhin zwischen 95 und 98%. Als "Augenwischerei" bezeichnete Korter die Behauptung Busemanns, auch mit 97% Unterrichtsversorgung sei der Pflichtunterricht zu erteilen. "Es fehlen dann gerade die Lehrerstunden für individuelle Förderung", sagte Korter.
"Die Landesregierung hat im laufenden Schuljahr 250 Lehrerstellen abgebaut, obwohl der Lehrerbedarf wegen des starken Zustroms zu den Gymnasien steigt", sagte die grüne Schulexpertin. Scharfe Kritik äußerte Korter an der Absicht der Landesregierung, im kommenden Schuljahr trotz der desolaten Unterrichtsversorgung weitere 400 Lehrerstunden zu streichen.
Die Zahlen zu den Schülerströmen zeigten deutlich: " Das gegliederte niedersächsische Schulwesen ist in der Krise", so Korter. Trotz aller Versuche, die Hauptschulen aufzuwerten, sei die Zahl der Hauptschulanmeldungen erneut um ein Zehntel zurückgegangen. "Der Kultusminister kann sich der Diskussion über die Zukunft dieser Schulform nicht länger entziehen", so Korter.
Als "absolut unbefriedigend" bezeichnete Korter die Tatsache, dass am Ende der 6. Klasse sechsmal so viele Gymnasiasten auf eine Realschule und Realschüler auf eine Hauptschule wechseln als umgekehrt. "Durchlässigkeit gibt es nur nach unten", so die Grünen-Politikerin. Korter verlangte Förderkonzepte, damit den Schülern diese Erfahrung des Scheiterns erspart werden könne.