Busemanns Forderung nach Männerquote an Schulen ist "blanker Populismus"
"Zu kurz gedacht" ist es nach Ansicht der Landtagsgrünen, wenn Kultusminister Busemann den Eindruck erweckt, als seien die an Grundschulen tätigen Lehrerinnen für den geringeren Schulerfolg von Jungen...
"Zu kurz gedacht" ist es nach Ansicht der Landtagsgrünen, wenn Kultusminister Busemann den Eindruck erweckt, als seien die an Grundschulen tätigen Lehrerinnen für den geringeren Schulerfolg von Jungen verantwortlich.
"Es ist gut, dass die Frage der Geschlechtergerechtigkeit in unseren Schulen in den Blickpunkt gerät. Richtig ist, wir brauchen mehr Männer in der Erziehungsarbeit in Familien, Kindergärten und Grundschulen, die den Jungen ein positives Rollenvorbild bieten," sagte die schulpolitische Sprecherin Ina Korter am Montag in Hannover. Bevor aber mit schnellen Rezepten auf vermeintliche Symptome reagiert werde, müsse eine eingehende Analyse der tatsächlichen Benachteiligungen und Förderungen von Jungen und Mädchen in den Schulen vorgenommen werden.
Eine Männerquote an Grundschulen – wie sie der Kultusminister fordere – sei allerdings "blanker Populismus". Solange das Grundschullehramt schlechter bezahlt werde und mit einem niedrigeren Sozialstatus verbunden sei, würden sich deutlich weniger Männer als Frauen für diesen Beruf entscheiden. Noch unattraktiver sei die Tätigkeit im Kindergarten. "Statt nur über eine angebliche Feminisierung der Schule zu klagen, sollte der Kultusminister darüber nachdenken, wie er diese Berufe attraktiver machen kann", forderte Korter.