Pressemeldung Nr. 280 vom

Neutronenstrahlung voraussichtlich höher als genehmigte Grenzwerte:Castor-Transport nach Gorleben muss abgesagt werden

Der Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Stefan Wenzel hat Meldungen über die Messung der radioaktiven Strahlung „am Zaun“ des Castorlagers in Gorleben als „Alarmsignal“ bezeichnet. Danach sei für 2011 eine Überschreitung der genehmigten Grenzwerte zu erwarten, sagte der Grünen-Politiker.

Der Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Stefan Wenzel hat aktuelle Meldungen über die Messung der radioaktiven Strahlung "am Zaun" des Castorlagers in Gorleben als "Alarmsignal" bezeichnet. Danach sei für 2011 eine Überschreitung der genehmigten Grenzwerte zu erwarten, sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag (heute) in Hannover.

Die Aufbewahrungsgenehmigung für das Atommülllager limitiert die Grenzwerte am Zaun und schreibt vor jedem neuen Transport eine Abschätzung der Jahresdosis vor.

Wenzel: "Die zulässigen Jahreswerte werden bereits ohne neuen Transport überschritten. Insofern gibt es nur eine mögliche Konsequenz, nämlich die Absage des für diesen Herbst anstehenden Atommülltransportes!"

Wenzel warnte Landesregierung und Atomindustrie davor, weitere Einlagerungen durch Tricks und Manipulationen ermöglichen zu wollen. Die Umstellung der Behälter an die Hallenrückwand oder gar die Abschirmung mit Leerbehältern seien "abenteuerliche Überlegungen". Der Grünen-Politiker wies darauf hin, dass der Grenzwert für die Strahlenbelastung durch Gamma- und Neutronenstrahlung am Zaun des Gorlebener Lagers bereits vor dem Castortransport im Jahr 2008 zu etwa zwei Drittel ausgeschöpft war.

Die Grünen fordern unabhängige Messungen der Strahlenbelastung am Zaun des Gorlebener Zwischenlagers und bei der Beladung in der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague. Die Landesregierung müsse alle eigenen Messdaten sofort dem Landtag zur Verfügung stellen.

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