"Da müssen Geschichtsbücher umgeschrieben werden" - Grüne zweifeln Aussagen vor dem Untersuchungsausschuss an
Nach der Vernehmung weiterer Zeugen vor dem Glogowski-Untersuchungsausschuss steht für die Landtagsfraktion von Bündnis 90/Grüne fest, dass die Kosten der von den Stadtwerken Braunschweig veranstaltet...
Nach der Vernehmung weiterer Zeugen vor dem Glogowski-Untersuchungsausschuss steht für die Landtagsfraktion von Bündnis 90/Grüne fest, dass die Kosten der von den Stadtwerken Braunschweig veranstalteten "Edelsause" durch kriminelles Vorgehen verschleiert werden sollten. "Als Aufsichtsratsvorsitzender muss Gerhard Glogowski sich den Vorwurf gefallen lassen, derartigen Machenschaften aus persönlichen Motiven nicht ernsthaft nachgegangen zu sein", erklärte der Grünen-Abgeordnete Michel Golibrzuch am Dienstag in Hannover.
Es sei deutlich geworden, dass Stadtwerke-Geschäftsführer Röper die Frohreich-Gastronomiebetriebe mit dem möglichen Verlust seines Unternehmens als Geschäftspartner unter Druck gesetzt und dem städtischen Rechnungsprüfungsamt Braunschweig wichtige Dokumente gezielt vorenthalten habe. Insbesondere die Aussage des Stadtwerke-Prokuristen Ruhe weise auf alle denkbaren Varianten einer Strafvereitelung durch den Geschäftsführer hin. Golibrzuch: "Hinzu kommen dürfte nach dem heutigen Tage auch noch ein Verfahren wegen uneidlicher Falschaussage vor dem Untersuchungsausschuss."
Nach Ansicht des Grünen-Abgeordneten haben sich auch andere Zeugen vor dem Ausschuss in Widersprüche "verheddert". Anzuzweifeln seien etwa Aussagen des ehemaligen Stadtwerke-Chefs Dietrich Hentschel, der früheren Chefsekretärin in der Staatskanzlei, Monika Weickum, des Abteilungsleiters Matthias Wehrmeyer und auch des zurückgetretenen Ministerpräsidenten Glogowski selbst. Golibrzuch: "Da geht es nicht um kleine Korrekturen, da müssen Geschichtsbücher umgeschrieben werden."