Einsatz für Erhalt der Postfilialen - Helmhold schreibt an Zumwinkel und Regulierungsbehörde

Die geplanten Schließungen von Postagenturen im Landkreis sind aus Sicht der heimischen Landtagsabgeordneten Ursula Helmhold nicht hinnehmbar. Sie hat sich deshalb an die Regulierungsbehörde und an de...

Die geplanten Schließungen von Postagenturen im Landkreis sind aus Sicht der heimischen Landtagsabgeordneten Ursula Helmhold nicht hinnehmbar. Sie hat sich deshalb an die Regulierungsbehörde und an den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Post AG, Dr. Klaus Zumwinkel gewandt.
Die geplanten Schließungen in Steinbergen, Krankenhagen und Rolfshagen sind aus Ihrer Sicht weder mit der Post-Univeraldienstleistungsrichtlinie noch mit der Selbstverpflichtungserklärung der Deutschen Post AG vom 25.5.2004 in Einklang zu bringen nach der die Post AG verpflichtet ist, in Gemeinden mit mehr als 2000 Einwohnern mindestens eine stationäre Einrichtung bereitzustellen.
Auch in Wölpinghausen, Wiedensahl und Kathrinhagen sei zu bedenken, so die Grünen-Politikerin, dass in diesen Fällen in 2000 Metern Umkreis keine Postagentur mehr zu erreichen und damit die Versorgung der Bevölkerung nicht mehr gewährleistet sei.
Die Alternative, nämlich jeweils einen Termin mit dem Postboten zu vereinbaren, hält Helmhold für "relativ lebensfremd". Außerdem würden viele Postdienstleistungen überhaupt nicht erfasst.
Helmhold weist Zumwinkel auf eine 8-seitige Anzeige der Deutschen Post AG, im Magazin "Der Spiegel" in der vergangenen Woche hin. Aus Anlass des 10-jährigen Bestehens des Unternehmens war dort unter anderem zu lesen: "Aus einer defizitären Staatsbehörde wurde ein profitables Unternehmen, das seit dem Jahre 2001 im DAX 30 der wichtigsten deutschen Unternehmen notiert ist. Mit den drei starken Marken Deutsche Post, DHL und Postbank hat sich deutsche Post World Net auf den globalen Wettbewerb und auf die immer komplexer werdenden Kundenanforderungen eingestellt."
Helmhold an Zumwinkel: "Die Kundenanforderungen hier in meinem Wahlkreis, und ich bin sicher nicht nur dort, sind nicht besonders komplex, sondern relativ einfach zu beschreiben:
Wir möchten nichts weiter als eine Post oder Postagentur in unserer Nähe."
Sie gibt zu bedenken, dass gerade im ländlichen Raum die Postagenturen eine wichtige Funktion der Daseinsvorsorge erfüllen.
Die Abgeordnete bittet Zumwinkel zu erklären, warum in Wölpinghausen eine von Ansprechpartnern der Post AG so bezeichnete "Vorzeigeagentur" geschlossen werden soll, warum eine Frequenz von 60 bis 80 Kunden täglich, wie in Steinbergen, nicht ausreichend für den Betrieb einer Agentur sein soll und warum in Schaumburg überproportional viele Agenturen geschlossen werden sollen.
"Wenn in den Kündigungsschreiben an die AgenturbetreiberInnen als Begründung angegeben wird, dass man "als börsennotierte Aktiengesellschaft den Erwartungen der Aktionäre verpflichtet" sei, gebe ich zu bedenken, dass aus meiner Sicht das Unternehmen in erster Linie der Versorgung der Bevölkerung verpflichtet sein sollte", so Helmhold weiter.
Helmhold weist ferner darauf hin, dass es in der Antwort auf eine schriftliche Anfrage im Deutschen Bundestag (Drucksache 15/3642) vom 6. August 2004 heißt:
"Ich möchte jedoch darauf hinweisen, dass nach Auskunft der Deutschen Post AG die Kleinfilialen nicht ersatzlos geschlossen, sondern vielmehr in Partnerfilialen sowie in Filialen Post-Service mit kundenfreundlicheren Öffnungszeiten umgewandelt werden sollen."
"Eine Umsetzung dieser Aussage kann ich in den jetzt hier geplanten Schließungsmaßnahmen nicht erkennen", so die Grüne.
(Die Briefe sind als Anlage beigefügt)

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