Pressemeldung Nr. 102 vom

Grüne fordern Unterstützung des Landes für die Flutopfer:Elbehochwasser: Mangelhaftes Krisenmanagement und fehlende natürliche Überflutungsflächen

Die unzureichende Kooperation zwischen den Bundesländern entlang der Elbe, kritisierte Stefan Wenzel: „Es ist völlig unverständlich, warum die zuständigen Behörden zu solchen Fehleinschätzungen über Höhe und Zeitpunkt der Flutwelle kommen konnten.“

Die unzureichende Kooperation zwischen den Bundesländern entlang der Elbe, kritisierte der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Landtag Niedersachsen, Stefan Wenzel: "Es ist völlig unverständlich, warum die zuständigen Behörden zu solchen Fehleinschätzungen über Höhe und Zeitpunkt der Flutwelle kommen konnten." Wenzel kritisierte, dass ein flussübergreifendes Krisenmanagement fehle. Für definierte Katastrophenszenarien müsse vorab auch die Öffnung von Poldern fest vereinbart werden. Über solche Maßnahmen könne man nicht erst im Katastrophenfall mit den Nachbarbundesländern diskutieren. Der niedersächsische Umweltminister agiere hier zu spät und hilflos.

Nach wie vor fehlten der Elbe natürliche Überflutungsflächen. Nur 20 Prozent der ursprünglichen natürlichen Auen seien heute noch vorhanden. Die Konzentration auf den technischen Hochwasserschutz, den Bau von Deichen und Sperrwerken greife zu kurz und schaffe für die Unterlieger zusätzliche Probleme. Die Sicherung und Erhöhung der Deiche, die vielfach noch aus dem 19. Jahrhundert stammten, habe die erneute Katastrophe daher nicht abwenden können. Wenzel: "Wenn hier nicht endlich umgesteuert wird, werden sich weitere Katastrophen kaum vermeiden lassen." Umweltminister Sander könne nicht von den Nachbarländern verlangen, dass sie Polder und Entlastungsflächen für das Hochwasser zur Verfügung stellen, wenn Niedersachsen selbst keine Überflutungsflächen bereitstellen wolle, um Hochwasserspitzen abzumildern.

Wenzel forderte noch vorhandene Gelder aus dem Aufbauhilfefonds von 2002 auch für aktuell betroffene Bürgerinnen und Bürger in den überfluteten Zonen einzusetzen. Notfalls müsse der Fonds auch aufgestockt werden.

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