Pressemeldung Nr. 433 vom

Erhebliche Nachteile für Nichteingebürgerte

GRÜNE wollen landesweite Informationskampagne zur erleichterten Einbürgerung von Kindern....

Die Landtagsgrünen haben eine landesweite Informationskampagne über die Möglichkeiten zur erleichterten Einbürgerung von in Deutschland geborenen ausländischen Kindern bis zum 10. Lebensjahr gefordert. Sie können nur für eine Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2000 zu den gleichen Bedingungen eingebürgert werden wie Neugeborene.
Angesichts der bisher geringen Antragszahl auch in Niedersachsen wies die innenpolitische Sprecherin Silke Stokar am Freitag in Hannover auf die "erheblichen Nachteile" hin, die Kindern insbesondere aus Nicht-EU-Ländern, entstehen können. Ihnen ist, im Gegensatz zu den ab sofort automatisch eingebürgerten Neugeborenen, der gleichberechtigte Zugang zu Ausbildung und Arbeit versperrt. Sie müssten sich auch bei einer eventuell späteren Einbürgerung erst um die Entlassung aus der Herkunftsstaatsbürgerschaft bemühen und zum Beispiel von der Ableistung des Militärdienstes "freikaufen". Sollten sie im Alter zwischen 14 und 18 in "jugendtypische" Straftaten verwickelt werden, würde ihnen die Einbürgerng verweigert und sie könnten sogar ausgewiesen werden.
Stokar: "Die Eltern müssen ausführlich über die erleichterte Einbürgerung ihrer Kinder informiert werden. Diese Kinder werden ihren Lebensmitelpunkt in Deutschland behalten. Es liegt auch in der Verwantwortung der Eltern, ihnen die volle Chancengleichheit in Deutschland zu eröffnen."
Die Grünen-Politikerin schlägt vor, alle Eltern, deren Kinder einen Anspruch auf die erleichterte Einbürgerung haben, über Kindergärten, Schulen und Ausländerbehörden persönlich anzuschreiben und direkt zu informieren. Kindergärten und Schulen sollten Informationsmaterial und Veranstaltungen zur Einbürgerung anbieten.

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