Pressemeldung Nr. 133 vom

Ermittlung des radioaktiven Inventars bleibt zentrale Herausforderung der Asse-Aufklärung

„Atommüll muss eine Million Jahre sicher gelagert werden; insofern ist es kaum zu glauben, dass die Atomindustrie und die großen Kernforschungszentren Jülich und Karlsruhe schon nach wenigen Jahren nicht mehr in der Lage sein wollen, exakte Daten zu liefern“, so Stefan Wenzel.

Die heutige (Donnerstag) Befragung des Präsidenten des Bundesamtes für Strahlenschutz Wolfram König im Untersuchungsausschuss hat nach Einschätzung der Landtagsgrünen erneut bestätigt, dass der Ermittlung von Art und Umfang des radioaktiven Inventars eine zentrale Bedeutung bei der Aufklärung des Asse-Skandals zukommt. Der Fraktionsvorsitzende Stefan Wenzel kritisierte, dass die früheren Lieferanten des strahlenden Mülls offenbar nur unzureichend zur Prüfung der Einlagerungen beitragen. "Atommüll muss eine Million Jahre sicher gelagert werden; insofern ist es kaum zu glauben, dass die Atomindustrie und die großen Kernforschungszentren Jülich und Karlsruhe schon nach wenigen Jahren nicht mehr in der Lage sein wollen, exakte Daten zu liefern", sagte der Grünen-Politiker. Notwendig sei daher, dass die Kontrollbehörde Euratom vollständige Kernbrennstoffbilanzen der wichtigsten Asse-Anlieferer vorlege.

Wenzel forderte, dass zur Ermittlung des Inventars auch eine erneute Zeugenladung des Geschäftsführers der Energiewerke Nord (EWN) und der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe (WAK) Dieter Rittscher erfolge. Dieser habe früher selbst bei einem Unternehmen gearbeitet, das Abfälle in die Asse transportiert habe. "Herr Rittscher muss Zugriff auf alle Daten der WAK und viele nukleare Altlasten haben." Es sei zu befürchten, dass er durch seinen heutigen Job als WAK-Geschäftsführer vom "Bock zum Gärtner" gemacht wurde.

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