Erste Auswirkungen des neuen Schulgesetzes zum Schuljahresbeginn 2003/2004 - Auslesedruck auf Grundschulen wächst: Busemann hat aus IGLU und PISA nichts gelernt
Ein erhebliches Anwachsen des Auslese- und Leistungsdrucks auf die Schülerinnen und Schüler in den Grundschulen befürchten die Grünen im Landtag. "Zum ersten Mal wird im 4. Schuljahr eine Empfehlung f...
Ein erhebliches Anwachsen des Auslese- und Leistungsdrucks auf die Schülerinnen und Schüler in den Grundschulen befürchten die Grünen im Landtag. "Zum ersten Mal wird im 4. Schuljahr eine Empfehlung für die weiterführende Schule ab Klasse 5 abgegeben. Mit gravierenden Auswirkungen auf die Arbeit in den Grundschulen ist zu rechnen", so die schulpolitische Sprecherin der Landtagsgrünen Ina Korter.
Bei der internationalen Grundschulleseuntersuchung IGLU war den Grundschulen in vielen Bereichen eine erfolgreiche Arbeit bescheinigt worden. "Besonders die in IGLU beschriebene große Lernfreude der SchülerInnen - auch der lernschwächeren - könnte durch zu starken Leistungsdruck zusammen mit der geplanten Einengung des Bildungsauftrages auf die Kernkompetenzen Lesen, Schreiben, Rechnen verloren gehen", so Korter. Leistungsbereitschaft und Lernfreude müssten sich ergänzen.
"Wir brauchen nicht mehr und frühere Auslese, sondern fundierte Förderung von Anfang an. Dazu sind qualifizierte Förderkonzepte für die Grundschulen zu entwickeln. PISA hat gezeigt, dass in keinem europäischen Land die soziale Herkunft derartig über die Bildungschancen entscheidet wie in Deutschland. Mit der fachlich frühen Festlegung des Bildungsweges nach Klasse 4 zeigt Minister Busemann, dass er aus PISA und IGLU nichts gelernt hat," so Korter.