Pressemeldung Nr. 201 vom

Fakten zu Giftdünger offen legen – Grüne fordern Erntestop

Nach den besorgniserregenden Funden der Chemikalie PFT (perflorierte Tenside) in der Muttermilch warf der Fraktionsvorsitzende Stefan Wenzel der Landesregierung Untätigkeit und Verharmlosung vor.

Nach den besorgniserregenden Funden der Chemikalie PFT (perflorierte Tenside) in der Muttermilch warf der Fraktionsvorsitzende Stefan Wenzel der Landesregierung Untätigkeit und Verharmlosung vor.

Bisher sei nicht einmal bekannt, in welchem Umfang der in Paderborn produzierte Dünger auf niedersächsische Felder gelangt sei.

"Die Herstellerfirma muss die belieferten Landwirte umgehend informieren. Die Ernte auf den betroffenen Feldern muss eingestellt und der Verkauf der Ernteprodukte bis zum Vorliegen von Untersuchungsergebnissen eingestellt werden", forderte Wenzel.

Nach den bisherigen Erkenntnissen sei davon auszugehen, dass PFT direkt von den Pflanzen aufgenommen werde. Daher sei es unverantwortlich, dass die Landesregierung bisher noch keine weiteren Untersuchungen veranlasst habe. Die Ergebnisse der Muttermilchstudie machten deutlich, dass die Belastung mit PFT ein landesweites Problem und nicht auf den Landkreis Holzminden begrenzt sei. Die Grünen erwarten als ersten Schritt, dass umgehend eine Beprobung aller Trinkwasserbrunnen und Talsperren auf PFT in Niedersachsen durchgeführt werde. In der Vergangenheit seien in Brunnen sensibler Trinkwassergewinnungsgebiete immer wieder Verunreinigungen durch unsachgemäße Landwirtschaft festgestellt worden.

Während in Nordrhein-Westfalen die Behörden umfassende und systematische Untersuchungen angeordnet hätten, die von Gewässerproben über die Analyse von Fischen, Milch und Gras bis hin zur Installation von Aktivkohlefiltern in Wasserwerken reichten, versuchten die zuständigen Minister Sander, Ehlen und Ross-Luttmann offensichtlich das Problem auszusitzen.

 

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