Pressemeldung Nr. 275 vom

GRÜNE kritisieren mangelnde Trennung von Privatinteresse und Amtsführung:Familie von Ministerin Grotelüschen profitiert von tierquälerischer Putenhaltung

Nach dem Bericht der ARD-Sendung „Report Mainz“ über Verbindungen der Familie der niedersächsischen Agrarministerin Astrid Grotelüschen zur tierquälerischen Massentierhaltung von Puten kritisieren die Landtagsgrünen die „erstaunliche und wenig glaubwürdige Ahnungslosigkeit“ der Ministerin.

Nach dem aktuellen Bericht der ARD-Sendung "Report Mainz" über Verbindungen der Familie der niedersächsischen Agrarministerin Astrid Grotelüschen zur tierquälerischen Massentierhaltung von Puten kritisieren die Landtagsgrünen die "erstaunliche und wenig glaubwürdige Ahnungslosigkeit" der Ministerin. "Die dokumentierten Fälle von Tierquälerei sind gravierend", sagte der agrarpolitische Sprecher Christian Meyer am Dienstag (heute) in Hannover. "Es ist nicht vorstellbar, dass Frau Grotelüschen als ehemalige Geschäftsführerin der zweitgrößten Mastputenbrüterei in Deutschland von solchen Vorgängen in der industriellen Putenmast nichts gewusst hat." Die Grünen fordern für den Freitag dieser Woche eine Erklärung durch die Ministerin zu diesen Vorwürfen im Agrarausschuss.

Der Grünen-Politiker wies darauf hin, dass die Landesregierung in der Antwort auf eine Anfrage darüber informiert habe, dass allein in den sechs niedersächsischen Putenbrütereien, jährlich über 63 Millionen Jungtieren der Schnabel brutal gekürzt werde, um das gegenseitige Zerhacken und den "Kannibalismus" einzudämmen. Meyer: "Der Brütereibetrieb des Ehegatten von Frau Grotelüschen wird da keine Ausnahme sein." Dazu passe, dass sich die Ministerin mit zweifelhaften Subventionsentscheidungen für einen massiven Ausbau der Massentierhaltung in Niedersachsen einsetze.

Die Grünen sehen bei der Landwirtschaftsministerin das Trennungsgebot zwischen privatwirtschaftlichen und politischen Aufgaben nicht erfüllt. Auch in dem genannten Fernsehbeitrag spreche Frau Grotelüschen im Zusammenhang mit der Mastputenbrüterei ihres Mannes immer wieder von "wir". Meyer: "Das zeigt, dass die Ministerin sich nicht als Aufsicht und Kontrollinstanz versteht, sondern in erster Linie als Lobbyistin tierquälerischer Agrarproduktion. Eine so enge Verfilzung mit der Industrie muss Konsequenzen haben."

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