Frauenpolitik der Landesregierung altbacken
„Eingebettet in das Kapitel ”šSoziales Niedersachsen’ sieht die Männerriege um Wulff und Rösler die Frauen vorwiegend in ihrer Mütterrolle im Familienumfeld“, kritisiert die frauenpolitische Sprecherin Elke Twesten.
Als "altbacken" haben die Landtagsgrünen die im Koalitionsvertrag von CDU und FDP beschriebene Frauenpolitik kritisiert. "Eingebettet in das Kapitel 'Soziales Niedersachsen' sieht die Männerriege um Wulff und Rösler die Frauen vorwiegend in ihrer Mütterrolle im Familienumfeld", sagte die frauenpolitische Sprecherin Elke Twesten am Donnerstag in Hannover.
Es sei skandalös, dass die Karriereleiter für Frauen in der Mitte der beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten endet. "Das lässt sich nicht mit Appellen und warmen Worten ändern, sondern nur mit ehrgeizigen Maßnahmen. Die allerdings kommen im Koalitionsvertrag nicht vor", kritisierte die Grünen-Politikerin. Dass jede dritte vollzeitbeschäftigte Frau in Niedersachsen zu Niedriglöhnen arbeite, erfordere einen effektiven Schutz vor Lohndiskriminierung. "Auch hier sucht man im Koalitionsvertrag vergebens nach konkreten Maßnahmen."
Gefordert sei eine grundlegende Neuausrichtung in der Frauen- und Familienpolitik, die auch die Männer einbindet. Die Bereitschaft für andere da zu sein, müsse zu einem selbstverständlichen Bestandteil männlicher Lebensentwürfe werden.
Twesten:"Ob ein Mensch tagsüber ein Baby wickelt oder eine Firma führt, darf keine Frage des Geschlechts sein. Solange die Parlamente, Regierungen und Aufsichtsräte überwiegend männlich besetzt sind, wird diese Neuausrichtung schwierig."