Pressemeldung Nr. 325 vom

Informationspolitik der Kultusministerin ist Missachtung des Parlaments:G 8 führt zur Abwanderung vom Gymnasium

Die Aussage von Kultusministerin Heister-Neumann, die Eltern würden sich gegen die Gesamtschulen entscheiden, sei „unlauter“, so Ina Korter. „Die Landesregierung hat selbst dafür gesorgt, dass es in der Hälfte der niedersächsischen Landkreise kein Gesamtschulangebot gibt.“

"Manipulation und Umdeutung" hat die bildungspolitische Sprecherin der Landtagsgrünen Ina Korter der Landesregierung im Zusammenhang mit den jetzt vorgelegten Zahlen über die Anmeldungen zu den weiterführenden Schulen vorgeworfen. Die Aussage von Kultusministerin Heister-Neumann, die Eltern würden sich gegen die Gesamtschulen entscheiden, sei "unlauter", sagte die Grünen-Politikerin am (heutigen) Mittwoch in Hannover. "Die Landesregierung hat selbst dafür gesorgt, dass es in der Hälfte der niedersächsischen Landkreise kein Gesamtschulangebot gibt. Dann kann sich auch niemand dafür entscheiden!"

Korter: "Der hohe Druck am G 8 verstärkt die Abwanderungstendenzen vom Gymnasium." Erstmals seit Abschaffung der Orientierungsstufe ist der Anteil der in den fünften Klassen an den Gymnasien angemeldeten Kinder gesunken; der Anteil der Schülerinnen und Schüler an den Gesamtschulen ist dagegen weiter gestiegen. "Und es würden noch sehr viel mehr Kinder die Gesamtschulen besuchen, wenn genügend Plätze vorhanden wären", sagte die Grünen-Politikerin. Die Hauptschule verharre dagegen auf einem historischen Tiefstand. Seit 2003 habe sich ihr Anteil halbiert.

Korter kritierte die Informationspolitik der Kultusministerin als "Missachtung des Parlamentes". Die parlamentarische Anfrage der Grünen-Politikerin nach den Übergangszahlen an den Schulen sei bis heute vom Ministerium nicht beantwortet worden. Stattdessen habe die Ministerin bereits vor zwei Tagen die Presse darüber informiert. "Das ist ein mieser Stil", sagte Korter.

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