Genehmigung des Zwischenlagers Lingen: Harms kritisiert Überdimensionierung
Die Genehmigung des Zwischenlagers in Lingen bewertet Rebecca Harms, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag Niedersachsen grundsätzlich positiv, weil damit Castor-Transporte zur Wiederaufarbeitung...
Die Genehmigung des Zwischenlagers in Lingen bewertet Rebecca Harms, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag Niedersachsen grundsätzlich positiv, weil damit Castor-Transporte zur Wiederaufarbeitung oder zur externen Zwischenlagerung in Gorleben oder Ahaus in Zukunft vermieden und diese Lager entlastet werden.
Harms begrüßt die Ankündigung des Betreibers, keine weiteren Transporte in die überflüssige und gefährliche Wiederaufarbeitung nach Sellafield schicken zu wollen. "Das ist ein längst überfälliges Signal an die Betreiber der anderen Atomkraftwerke, endlich ihre nationale Verantwortung wahrzunehmen und Transporte zur Wiederaufarbeitung so rasch wie möglich zu stoppen – und zwar auch schon vor dem vereinbarten Termin Juni 2005."
Allerdings übt Harms Kritik daran, dass nicht alle sicherheitstechnischen Anforderungen umgesetzt wurden, die die Grünen von Anfang an gefordert haben. Dazu gehöre vor allem die Überwachung der Dichtheit der Behälter durch zwei von einander unabhängige Messeinrichtungen.
Nach wie vor sei die Kapazität des Zwischenlagers überdimensioniert und übersteige erheb-lich die Menge an abgebrannten Brennelementen, die während der Restlaufzeit anfielen, so Harms. "Das jetzt genehmigte Zwischenlager ermöglicht es, das AKW weit über das Jahr 2020 hinaus zu betreiben," kritisierte Harms.
Generell hält es Harms für problematisch, dass über Jahrzehnte hinweg parallel zwei Atomanlagen, nämlich Atomkraftwerk und Zwischenlager, am Standort Lingen betrieben werden.