Pressemeldung Nr. 26 vom

Bereits 15 meldepflichtige Vorfälle – Starke Mitarbeiterfluktuation:Geschlossenes Kinderheim Lohne trotz Unterbelegung überfordert

Die Landtagsgrünen sehen sich mit der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage zur Arbeit im geschlossenen Kinderheim in Lohne im Landkreis Vechta in ihrer kritischen Haltung bestätigt. „Das Fazit ist erschreckend“, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Miriam Staudte.

Die Landtagsgrünen sehen sich mit der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage zur Arbeit im geschlossenen Kinderheim in Lohne im Landkreis Vechta in ihrer kritischen Haltung bestätigt. "Das Fazit ist erschreckend", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Miriam Staudte am Mittwoch (heute) in Hannover. "Trotz extremer Unterbelegung kam es in den ersten neun Monaten des Betriebs zu 15 meldepflichtigen Vorfällen. Das pädagogische Konzept muss in Frage gestellt werden." Auch die angesichts der bislang kurzen Zeit des Betriebs starke Fluktuation untern den MitarbeiterInnen sei ein Indiz für nicht akzeptable Arbeitsbedingungen.

Staudte kritisierte, dass das Niedersächsische Sozialministerium eine genaue Auflistung von Entweichungen, Suizidversuchen, Übergriffen auf MitarbeiterInnen sowie Grenzverletzungen unter den Jugendlichen selbst verweigert hat. "Es ist für die Bewertung der Vorfälle von großer Bedeutung, ob ein Jugendlicher für ein paar Stunden entwichen war oder ob es tatsächlich auch zu einem Suizidversuch kam", sagte die Grünen-Politikerin. Das müsse in der morgigen Unterrichtung im Sozialausschuss aufgeklärt werden.

Die Antwort der Landesregierung belegt nach Staudtes Ansicht auch, dass es in Niedersachsen keinen Bedarf für eine solche Einrichtung gibt. Statt der prognostizierten sieben bis acht Plätze seien derzeit nur zwei Plätze von Jugendlichen aus Niedersachsen belegt. "Dafür sind die vom Land gezahlten 400.000 Euro eine echte Fehlinvestition", sagte die Grünen-Politikerin. Insgesamt sind derzeit vier von sieben Plätzen belegt.

Kritisch bewertet Staudte auch die Altersbestimmungen der Einrichtung. Bislang dürfen Kinder von 10 bis 14 Jahren aufgenommen werden. Die Jugendämter weisen allerdings 12- bis 15-Jährige in das geschlossene Heim ein. "Das Konzept muss geändert werden. Es ist pädagogisch verfehlt, 10- und 11-jährige Kinder wegzuschließen."

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