CDU und FDP verkennen Ausmaß:Gewalt gegen Frauen kein Randthema
„Erst hat die Landesregierung die Mittel für die Mädchenhäuser zusammengestrichen und jetzt taucht das Thema häusliche Gewalt im neuen Koalitionsvertrag ausschließlich als ein Problem von Migratinnen auf“, kritisierte die frauenpolitische Sprecherin Elke Twesten.
Die Landtagsgrünen kritisieren, dass CDU und FDP beim Thema Gewalt gegen Frauen in Niedersachsen "die Augen verschließen". "Erst hat die Landesregierung die Mittel für die Mädchenhäuser zusammengestrichen und jetzt taucht das Thema häusliche Gewalt im neuen Koalitionsvertrag ausschließlich als ein Problem von Migratinnen auf", kritisierte die frauenpolitische Sprecherin Elke Twesten am Donnerstag (heute) in Hannover.
Die Grünen-Politikerin wies auf die Ergebnisse neuerer Studien hin, nach denen jede vierte Frau in Deutschland mit Gewalt in der Familie konfrontiert wird – und das in allen Schichten. Frauenrechtsorganisationen wie Terre des Femmes würden zudem seit Jahren einen zunehmenden Zulauf bei Mädchen- und Frauenhäusern beobachten; parallel dazu würden stetig die Fördermittel gekürzt. "Das führt dazu, dass immer mehr Frauen, die sich endlich trauen, ihre gewalttätigen Männer zu verlassen, vor verschlossener Tür stehen", sagte Twesten.
Mit einer Kleinen Anfrage der Grünen-Politikerin soll jetzt geklärt werden, wie viele Fälle von häuslicher Gewalt in Niedersachsen bekannt sind und wie oft von den Betroffenen Mädchen- und Frauenhäuser aufgesucht werden.