Girls\' Day auswerten - mehr Betriebskontakte über Patenschaften
Die Landtagsgrünen haben die Landesregierung zu einer umfassenden Auswertung der Erfahrungen mit dem Girls? Day in Niedersachsen aufgefordert. Wenn die gute Idee nicht als Fototermin für die Medien en...
Die Landtagsgrünen haben die Landesregierung zu einer umfassenden Auswertung der Erfahrungen mit dem Girls’ Day in Niedersachsen aufgefordert. Wenn die gute Idee nicht als Fototermin für die Medien enden soll, dann müsste dieser eintägige Einblick in die Arbeits-welt konzeptionell aufgewertet werden, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Brigitte Pothmer am Wochenende in Hannover. Offensichtlich wisse zur Zeit niemand, wie viele Mädchen aus welchen Schulen und in welchen Branchen sich am "Schnuppertag" beteiligt haben. Auffällig sei nur, dass in diesem Jahr die öffentliche Verwaltung viele Einladungen ausgesprochen hat. Dieses Engagement sei zwar erfreulich, diene jedoch nicht dem eigentlichen Anliegen der Aktion, das Interesse von Mädchen insbesondere an technischen und techniknahen Berufen zu wecken.
Von den für Schule, Jugend, Soziales und Wirtschaft zuständigen Ministerien erwartet die Grünen-Politikerin Ideen, wie der Kontakt von Schülerinnen zu Betrieben über das Einmalereignis hinaus organisiert werden kann und wie noch mehr Teilnehmerinnen gewonnen werden. "Warum sollten nicht auch Firmen Patenschaften für Schulen übernehmen, die zu häufigeren Einladungen führen und auch den Gegenbesuch von Betriebsangehörigen in den Schulen ermöglichen?" Auch das Angebot von Ferienjobs für ältere Schülerinnen könnte zu einem intensiveren Kennenlernen der Arbeitswelt und zur Berufsorientierung beitragen.
Zudem sollten die Erfahrungen der schulischen Betriebspraktika einbezogen werden.
In einer parlamentarischen Initiative weist Pothmer auf das Anliegen von Jungen nach einem vergleichbaren Angebot hin. So hatte unlängst die Klasse einer Gesamtschule aus Göttingen in einer Petition an den Landtag die generelle Ausweitung des sogenannten "Zukunftstages" auch auf Jungen gefordert. Die Grünen-Politikerin will jetzt wissen, wie die Landesregierung auf diesen Bedarf reagieren will und ob es für denkbar gehalten wird, mit einem entsprechenden Angebot Jungen für Berufe zu interessieren, die bisher als frauentypisch gelten.