Gorleben-Stein in Hannover ist jetzt "Stoibers Stolperstein"
Die Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Rebecca Harms hat die Forderung nach der Suche von alternativen Endlagerstandorten für atomaren Müll in Deutschland erneuert. „Der Beschluss für den Standort Gorleben war unverantwortlich, ..."
| Die Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Rebecca Harms hat die Forderung nach der Suche von alternativen Endlagerstandorten für atomaren Müll in Deutschland erneuert. "Der Beschluss für den Standort Gorleben war unverantwortlich, weil es wissenschaftliche Gründe dagegen und lediglich politisch-opportunistische Gründe dafür gegeben hat", sagte die Grünen-Politikerin zum 25. Jahrestag der Entscheidung über die Erkundungsarbeiten im Wendland. | |
Sie forderte ein neues Verfahren, das für die Öffentlichkeit nachvollziehbar und frei von Vorfestlegungen ist. Scharf kritisierte Harms den "atompolitischen Unsicherheitskurs" des CDU/CSU-Kanzler-Kandidaten Edmund Stoiber. Das Bundesland Bayern sei mit einem 25 %-Anteil an der Produktion "der größte Profiteur im Atomgeschäft, schere sich aber einen Dreck um die Entsorgung des Mülls". | ![]() |
Schon heute lagern in Gorleben Castorbehälter, Tonnen und Gebinde unterschiedlichen Atommülls aus bayerischen Atomanlagen. "Der Atomjodler Stoiber möchte das Unternehmen Endlager möglichst schnell, unumkehrbar und ohne Belastung für seine eigene Heimat unter Dach und Fach bringen", sagte Harms. Mit einer Aktion am Freitag in der hannoverschen Innenstadt aktualisierte die Grünen-Politikerin die Bedeutung des 1979 von Atomkraftgegnern aufgestellten Gorleben-Steins. "Bisher stand der Findling zur Warnung und Mahnung als Stein des Anstoßes in der Landeshauptstadt. Jetzt soll er, so wie der Widerstand im Wendland, zu Stoibers Stolperstein werden", sagte Harms. Sie kündigte für den kommenden Bundestagswahlkampf verstärkten Protest an, der verdeutlichen soll, dass für "bayerisches Kirchturmsdenken" kein Platz in der Bundesregierung ist. | |
