Tiergerechte Schlachtung, verbesserte Arbeitsbedingungen und Mindestlohn gefordert:Grausame Tierquälereien in Schlachthöfen werden in Niedersachsen kaum geahndet
Die Landtagsgrünen haben der Landesregierung vorgeworfen, Verstöße gegen den Tierschutz in Schlachthöfen weitgehend zu ignorieren. „Während die Bundesregierung über Raten von bis zu 10 Prozent Fehlern bei Betäubungen informiert, verweigert Niedersachsen ähnliche Erhebungen und verfolgt Tierschutzverstöße nur mangelhaft.“
Die Landtagsgrünen haben der Landesregierung vorgeworfen, Verstöße gegen den Tierschutz in Schlachthöfen weitgehend zu ignorieren. „Während die Bundesregierung über Raten von bis zu 10 Prozent Fehlern bei Betäubungen informiert, verweigert Niedersachsen ähnliche Erhebungen und verfolgt Tierschutzverstöße nur mangelhaft“, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Christian Meyer am Donnerstag (heute) in Hannover. Wenn unzureichend betäubte Rinder, Hühner und Schweine bei lebendigem Leib mit heißem Wasser verbrüht oder elendig am Schlachthaken verbluten, dann sei das keine Bagatelle sondern strafbewehrte Tierquälerei. Der Grünen-Politiker forderte, die Zahl der Kontrollen zu erhöhen und die Amtsveterinäre mehr als bisher in wechselnden Bezirken einzusetzen. „Es muss verhindert werden, dass bei Tierquälerei ein Auge zugedrückt wird, weil der Schlachthof vor Ort ein großer Arbeitgeber ist“, sagte Meyer.
Neben der Jobrotation sollte auch geprüft werden, ob das Veterinärwesen nicht generell auf das Land übertragen wird, um kommunale Mauscheleien und falsche Rücksichtnahmen zu unterbinden.
Die Grünen fordern auch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Schlachthöfen. Das Personal müsse entsprechend ausgebildet werden; außerdem seien ein Mindestlohn und das Verbot von Akkordarbeit oder Prämien für die Tötung von möglichst vielen Tieren in möglichst kurzer Zeit überfällig.
Hintergrund sind Medieninformationen, nach denen in Niedersachsen gravierende Verstöße nur in Ausnahmefällen sanktioniert werden. Trotz millionenfacher Schlachtvorgänge im ganzen Land, habe letztes Jahr lediglich die Region Hannover fünfmal Geldbußen verfügt; in Oldenburg wurde ein Betriebsstopp verhängt. Meyer: „Die Antworten und das Desinteresse der Landesregierung auf unsere kleine Anfrage zu diesem Thema zeigt, dass Tierschutz bei Schwarz-Gelb nicht in guten Händen ist“.