Große Anfrage der GRÜNEN: Fördern statt Aussortieren - Nach OECD-Studie Umdenken in der Schulpolitik gefordert
Mit einer Großen Anfrage fordern die Grünen im Landtag eine umfassende Bestandsaufnahme der Ergebnisse des niedersächsischen Schulwesens. Die aktuellen Studien hätten Schwächen offenbart, die ein Umde...
Mit einer Großen Anfrage fordern die Grünen im Landtag eine umfassende Bestandsaufnahme der Ergebnisse des niedersächsischen Schulwesens. Die aktuellen Studien hätten Schwächen offenbart, die ein Umdenken erfordern, sagte die schulpolitische Sprecherin Ina Korter am Montag in Hannover.
"Zu wenige Jugendliche werden zu hervorragenden Leistungen geführt und zu viele machen in unseren Schulen Erfahrungen des Scheiterns." Jede Entscheidung zur Schulpolitik müsse sich daran messen lassen, ob sie hieran etwas ändert.
Korter fordert in ihrer Parlamentsinitiative die Landesregierung auf, klare Zielmarken zu benennen, auf welchen Stand zum Beispiel die Abiturquote bis zum Ende der Legislaturperiode angehoben werden soll. Gefragt wird auch danach, um wie viel die Quote derjenigen Schüler, die sitzen bleiben oder abgeschult werden und ohne Abschluss die Schule verlassen gesenkt werden soll.
Die Grünen-Politikerin verwies auf die schlechten Ergebnisse der jüngsten OECD-Studie. "Das deutsche Prinzip des permanenten Aussortierens ist gescheitert. Stattdessen brauchen wir frühzeitige und individuelle Förderung für jedes Kind." Schon im Kindergarten müssten insbesondere Kinder von Migranten und aus sozial benachteiligten Verhältnissen in ihrer Entwicklung gezielt gefördert werden.
Intensive Förderkonzepte forderte Korter auch für die Gymnasien. Viele Schulträger rechneten bei ihrer Schulplanung derzeit damit, dass nach der Schulstrukturreform viel mehr Kinder als bisher zunächst auf das Gymnasium übergehen würden, dass aber sehr viele von ihnen bereits nach zwei Jahren wieder abgeschult werden würden. "Wenn es so kommt, wäre das gegenüber den Kindern vollkommen unverantwortlich und ein Bankrott für die schwarzgelbe Schulreform", sagte Korter.