Pressemeldung Nr. 84 vom

GRÜNE: 100 Jahre Internationaler Frauentag – aber kein Grund zum Jubeln

„Frauen erhalten in Deutschland für gleichwertige Arbeit noch immer durchschnittlich 23 Prozent weniger Lohn als Männer. „In Niedersachsen erhalten Frauen sogar ein Viertel weniger Bruttolohn als Männer, Tendenz steigend“, konstatierte die frauenpolitische Sprecherin Elke Twesten ...

"Frauen erhalten in Deutschland für gleichwertige Arbeit noch immer durchschnittlich 23 Prozent weniger Lohn als Männer. "In Niedersachsen erhalten Frauen sogar ein Viertel weniger Bruttolohn als Männer, Tendenz steigend", konstatierte die frauenpolitische Sprecherin Elke Twesten heute (Montag) in Hannover anlässlich des morgigen 100. Internationalen Frauentages. Die Forderung "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" sei 100 Jahre alt - in Niedersachsen allerdings ist der Verdienstunterschied im Vergleich mit anderen Bundesländern überdurchschnittlich hoch. Für die Grünen-Politikerin Grund genug darauf hinzuweisen, dass auch 50 Jahre, nachdem die Gründungsstaaten der EU das Ziel der Lohngleichheit in den Römischen Vertragen festgeschrieben haben, der Internationale Frauentag in unserem Bundesland kein Tag zum Feiern ist. Twesten: "Immer noch werden  Frauen auf dem Lohnzettel massiv diskriminiert. Die Gehaltsfrage ist damit einer der Punkte, an dem wir im Berufs- und Wirtschaftsleben nach wie vor eine gravierende Benachteiligung von Frauen beobachten".

Verschärfend komme hinzu, dass Frauen aufgrund ihrer familiären Situation ohnehin oft nur in Teilzeit arbeiten können. "Vor dem Hintergrund der schlechten Betreuungssituation in Niedersachsen ist das auch kein Wunder. Zusammen mit Nordrhein-Westfalen werden in Niedersachsen die wenigsten Kinder betreut", sagte die Grünen-Politikerin.  Damit hätten Frauen in Niedersachsen kaum eine freie Wahl: Wer keinen Betreuungsplatz hat, könne auch nicht arbeiten gehen oder müsse einen meist gering bezahlten Teilzeitjob annehmen.

Twesten: "Vor 100 Jahren haben Frauen das Wahlrecht errungen, heute geht es  um Gleichen Lohn  für Gleiche Arbeit. Frauen verdienen vor allem eins -  Chancengleichheit." Mit einer Kleinen mündlichen Anfrage will die Grünen-Politikerin von der Landesregierung wissen, mit welchen Maßnahmen die Lohndiskriminierung von Frauen in Niedersachsen beseitigt werden soll.

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