Grüne befürchten: Neue Brennstäbe mit höher angereichertem Uran erhöhen das Sicherheitsrisiko des AKW Esenshamm - Umweltministerium teilt wichtige Änderung erst auf Anfrage mit

Mit Besorgnis haben die Landtagsgrünen die Antwort der Landesregierung auf Fragen zur diesjährigen vorgezogenen Revision im AKW Esenshamm zur Kenntnis genommen. Die beiden Abgeordneten Ina Korter (Nor...

Mit Besorgnis haben die Landtagsgrünen die Antwort der Landesregierung auf Fragen zur diesjährigen vorgezogenen Revision im AKW Esenshamm zur Kenntnis genommen. Die beiden Abgeordneten Ina Korter (Nordenham) und Andreas Meihsies (Lüneburg) hatten die Landesregierung um Auskunft darüber gebeten, welche "Verbesserungen" vorgenommen werden sollten, um das Atomkraftwerk an den neuesten Stand der Technik heranzuführen. Sie hatten zugleich gefragt, mit welchen Brennelementen der Reaktor bei der diesjährigen Revision bestückt werden solle.
"Nur durch unsere Anfrage erfahren wir vom Umweltministerium, dass im AKW Esenshamm wesentlich höher mit Uran angereicherte Brennstäbe eingesetzt werden sollen als jemals zuvor", sagt Ina Korter. "Offensichtlich hält die Landesregierung es nicht für nötig, die Bürgerinnen und Bürger über eine so wesentliche Änderung beim Betrieb des AKW Esenshamm zu unterrichten." Genehmigt worden sei der Einsatz 2003, und zwar ohne öffentliche Debatte und ohne Umweltverträglichkeitsprüfung.
Höher angereicherte Brennstäbe seien für den Betreiber wesentlich kostengünstiger, aber im Reaktorbetrieb, bei Störfällen und bei der Zwischen- und Endlagerung deutlich problematischer, so der atompolitische Sprecher der Landtagsgrünen Andreas Meihsies.
Die Antwort des Umweltministeriums zeige, dass der Brennstoff von 44 der 48 neuen Brennelemente in Russland durch die Firma MSZE Elektrostal gefertigt worden sei. Ob dort die Sicherheitsstandards ausreichend kontrolliert und die Brennelemente auf dem neuesten Stand der Technik produziert würden, sei zu hinterfragen, so die Grünen–Abgeordneten.
Korter und Meihsies wollen mit einer parlamentarischen Initiative zu den sicherheitstechnischen Problemen von Einsatz und Fertigung der neuen Brennelemente nähere Auskünfte von Umweltminister Hans-Heinrich Sander erhalten.

Zurück zum Pressearchiv