Pressemeldung Nr. 12 vom

GRÜNE bewerten geplanten Einstieg des Landes bei EADS kritisch

Eine Beteiligung aus der Industrie wäre in jedem Fall sinnvoller, zumal die Haushaltslage des Landes immer noch äußerst schwierig sei, so Stefan Wenzel.

Der Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Stefan Wenzel hat sich kritisch zu einem offenbar geplanten finanziellen Einstieg des Landes bei dem Luft- und Raumfahrtunternehmen EADS geäußert. Eine Beteiligung aus der Industrie wäre in jedem Fall sinnvoller, zumal die Haushaltslage des Landes immer noch äußerst schwierig sei, sagte der Grünen-Politiker am Wochenende in Hannover. Denkbar sei allenfalls ein befristetes Engagement über die NordLB. Eine Mitwirkung der landeseigenen Hannoverschen Beteiligungsgesellschaft sollte es nicht geben, da es auch zweifelhaft sei, ob sich die Beteiligung auf 3-4 Jahre begrenzen lasse.

Es sei absehbar, dass die "neue Lust" der Parteien der großen Koalition und der FDP an klassischer Industriepolitik schnell an haushaltwirtschaftliche Grenzen stoße und die Verschuldung antreibe. Schon jetzt sei absehbar, welche Konzerne künftig an die Tür der Staatskanzlei klopfen würden. Wenzel: "Es ist zu befürchten, dass kleine und innovative Mittelständler dann wieder in die Röhre gucken."

Zur langfristigen Sicherung der Arbeitsplätze bei EADS müsse das Land auf anderen Feldern aktiver werden, sagte Wenzel. Offenbar spiele bei den Standortentscheidungen für die Fertigung einzelner Flugzeugkomponenten der erwartete und teilweise bereits bestehende Mangel an Ingenieuren eine große Rolle. "Es wäre die Aufgabe der Landesregierung, über bessere Rahmenbedingungen dafür zu sorgen, dass mehr Jugendliche für die Ingenieursausbildung gewonnen werden", sagte der Grünen-Politiker. Die Abwanderung niedersächsischer Studenten müsse unterbunden und die Zuwanderung für kreative Köpfe müsse erleichtert und gefördert werden.

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