„Mehr MigrantInnen in den Öffentlichen Dienst“:Grüne bewerten Oldenburger Migranten-Studiengang positiv
„Dieser Studiengang ist immens wichtig für die teilnehmenden MigrantInnen, weil er ihnen die Grundlagen für eine berufliche Tätigkeit unter Anwendung ihrer besonderen Fähigkeiten als MigrantInnen vermittelt“, so Georgia Langhans.
Die Landtagsgrünen bewerten den Studiengang "Interkulturelle Bildung und Beratung" der Universität Oldenburg zum Ende des Sommersemesters positiv. Die migrationspolitische Sprecherin Georgia Langhans sagte: "Dieser Studiengang ist immens wichtig für die teilnehmenden MigrantInnen, weil er ihnen die Grundlagen für eine berufliche Tätigkeit unter Anwendung ihrer besonderen Fähigkeiten als MigrantInnen vermittelt." Langhans zeigte sich darüber hinaus erfreut über die Pläne zur Ausweitung des Studiengangs auf Ingenieure mit Migrationshintergrund und sagte: "Insbesondere die Anerkennung und Nutzung dieser Fähigkeiten ist förderlich für den globalen Wettbewerb Niedersachsens."
Langhans forderte gleichzeitig die Landesregierung auf, verstärkt MigrantInnen in den Öffentlichen Dienst aufzunehmen und verwies auf entsprechende Forderungen im Abschlussbericht der zuständigen Arbeitsgruppe des zweiten Integrationsgipfels. Sie betonte, der Oldenburger Studiengang qualifiziere für die Praxisfelder Erziehung, Sozial-, Jugend- und Migrationsarbeit und ziele damit genau auf relevante Berufsfelder im öffentlichen Dienst. "Minister Schünemann weint doch Krokodilstränen, wenn er derzeit den Mangel an jungen Beamten beklagt. Er bräuchte nur entsprechende Stellenausschreibungen formulieren und könnte die besonderen sprachlichen und kulturellen Potenziale der MigrantInnen hervorragend nutzen", sagte Langhans.
Bezugnehmend auf Minister Schünemanns Unterstützung der Pläne des Hannoverschen Polizeipräsidenten zum Einsatz russischer Polizisten in Gebieten mit hohen Spätaussiedleranteilen ergänzte Langhans: "Gerade im Umgang mit Klientel mit Migrationshintergrund wäre es viel sinnvoller niedersächsische Beamte mit Kenntnissen der Sprache und Kultur einzusetzen als ausgeliehene russische Polizisten ohne Vollzugsbefugnisse." Die Staatsangehörigkeit könne kein Hindernis sein, denn Bremen und Nordrhein-Westfalen verbeamten auch Nichtdeutsche im Polizeidienst. Wenn allerdings Minister Schünemann weiterhin eine "so ausgrenzende Politik" betreibe, müsse er sich nicht wundern, wenn sein Werben um qualifizierte MigrantInnen erfolglos bleibe.