GRÜNE bezeichnen Schünemanns Verbotsforderung von Killerspielen als Scheinlösung
Zugang zu legalen Waffen drastisch erschweren
Die Landtagsgrünen haben die vom niedersächsischen Innenminister erhobene Forderung nach einem Verbot von Killerspielen als "Scheinlösung" bezeichnet. Dem komplexen Problem der Jugendgewalt könne mit einem solchen Verbot nicht ansatzweise begegnet werden, sagte der medienpolitische Sprecher der Landtagsgrünen Ralf Briese am Dienstag in Hannover. "Immer wenn es für manche Politiker kompliziert wird, kommt die schnelle und billige Verbotsforderung. Im Zeitalter von globalisierten Netzen läuft ein Verbot von Killerspielen aber völlig ins Leere." Stattdessen müsste die Medienkompetenz bei Jugendlichen und Eltern gefördert werden, forderte der Grünen-Politiker.
Computerspiele würden immer dann verantwortlich gemacht, wenn die Bildungs- und Jugendpolitik versagt hätten und es zu schrecklichen Verbrechen kommt. Briese wies darauf hin, dass auch die Wissenschaft bisher kein einfaches Ursache-Wirkungs-Schema beim Konsum von Killerspielen bestätigen könne.
"Ich habe keine Sympathie für primitive Gewaltspiele, aber das Verbot hilft nicht", sagte der Grünen-Politiker. Briese forderte den niedersächsischen Innenminister auf, sich stattdessen verstärkt dafür einzusetzen, dass für Jugendliche der Erwerb legaler Waffen drastisch erschwert wird.