Statement:Grüne: Die Zukunft von Volkswagen entscheidet sich an guten Produkten, nicht an ungenauen Sparplänen

olkswagen muss wieder stärker für das stehen, was den Konzern groß gemacht hat: für gute und bezahlbare Autos für viele Menschen. Dazu gehört für uns Grüne vor allem ein erschwingliches E-Auto, ein echter „Volksstromer“.

Im Volkswagen-Werk in Hannover-Stöcken findet heute die vorerst letzte Betriebsversammlung statt. In der vergangenen Woche hatte das Management des Konzerns seine Sparpläne nicht weiter konkretisiert. Dazu sagt Anne Kura, Vorsitzende der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Landtag Niedersachsen:

Volkswagen braucht eine Zukunftsstrategie statt einer andauernden Debatte über Werksschließungen und Stellenabbau. Die bisherige Kommunikation des Vorstands mit Drohungen und Konfrontationen war unmöglich und nicht zielführend. Das muss anders werden. Wer nur darüber spricht, wie der Konzern sparen, Stellen abbauen und Werke schließen kann, beschreibt noch keine bessere Zukunft für das Unternehmen, sondern verunsichert nur die Beschäftigten. Der Vorstand muss endlich klare Vorstellungen entwickeln, welche Autos, Produkte und Dienstleistungen Volkswagen in den kommenden Jahren erfolgreich anbieten soll. Über solche Pläne muss der Vorstand mit den Beschäftigten diskutieren, anstatt die Belegschaft später vor vollendete Tatsachen zu stellen.

Volkswagen muss wieder stärker für das stehen, was den Konzern groß gemacht hat: für gute und bezahlbare Autos für viele Menschen. Dazu gehört für uns Grüne vor allem ein erschwingliches E-Auto, ein echter „Volksstromer“. Dass die neuen kleineren Elektromodelle auf großes Interesse stoßen, ist deshalb ein ermutigendes Signal. Es zeigt: Wenn Volkswagen die richtigen Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen anbietet, sind die Chancen da. 

Die gesamte europäische Automobilindustrie muss sich wegen schwierigerer globaler Bedingungen neu aufstellen. Auf dem chinesischen Markt schwindet der Absatz, die USA setzen auf eine unberechenbare Zollpolitik, deswegen muss Europa seine eigene Industrie entschlossener stärken. Dazu gehört für uns Grüne auch, wegen Wettbewerbsverzerrungen auch den Import chinesischer Plug-in-Hybride mit Zöllen zu belegen. 

Für Niedersachsen geht es um zehntausende gute Industriearbeitsplätze bei Volkswagen und den Zulieferern. Diese industrielle Substanz darf der Konzernvorstand nicht aufs Spiel setzen. Neue Geschäftsfelder können helfen, Standorte auszulasten und Beschäftigung zu sichern. Die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie kann im Einzelfall eine Brücke sein, eine langfristige Perspektive für die Standorte ersetzt sie nicht. Deswegen müssen auch neue Mobilitäts- und Fahrzeugkonzepte ernsthaft geprüft werden.

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