Scharfe Kritik an Ministerin Trauernicht wegen Erlaubnis zum Wiederanfahren des Pannenreaktors :GRÜNE: Erlaubnis für Krümmel schwerer Fehler
Die Landtagsgrünen verurteilen die von der zuständigen Sozialministerin Gitta Trauernicht in Schleswig-Holstein erteilte Erlaubnis zum Wiederanfahren des Atomkraftwerkes Krümmel.
Die Landtagsgrünen verurteilen die von der zuständigen Sozialministerin Gitta Trauernicht in Schleswig-Holstein erteilte Erlaubnis zum Wiederanfahren des Atomkraftwerkes Krümmel. "Auf der einen Seite erklärt Vattenfall, dass der Trafo-Brand im Juni 2007 ein unbedeutender Zwischenfall war, auf der anderen Seite benötigt Vattenfall zwei Jahre um den Schaden zu beheben - das passt nicht zusammen", sagte der Fraktionsvorsitzende Stefan Wenzel am Freitag (heute) in Hannover. "Krümmel leidet generell an Materialermüdung - da ist es mit dem Austausch von 800 der 10.000 Schwerlast-Dübel nicht getan." Krümmel sei und bleibe ein Risiko-Reaktor. "Das Wiederanfahren ist ein schwerer Fehler."
Die Grünen erinnerten daran, dass, nur 5,5 km Luftlinie von den Atomanlagen in Geesthacht entfernt, kürzlich der 19. Fall von Kinderleukämie in der Elbmarsch aufgetreten ist. "Auch wenn dieser Fall in Niedersachsen aufgetreten ist, muss Schleswig-Holstein hier ein Veto einlegen", sagte die regionale Abgeordnete Miriam Staudte. "Von einer Kieler Ministerin, die zuvor in Niedersachsen Sozialministerin war, erwarte ich ein grenzüberschreitendes Verantwortungsgefühl."
"Seit der bundesweiten Kinderkrebsstudie des Mainzer Kinderkrebsregisters wissen wir, dass die Wahrscheinlichkeit, an Leukämie zu erkranken im 5-km-Radius um alle deutschen Atomkraftwerke für Kinder unter 5 Jahren um 120% ansteigt", sagte die Grünen-Politikerin, die die Anhörung dazu im Sozialaussschuss mit durchgeführt hat. "Das allein wäre ein Grund, den Atomausstieg zu beschleunigen", so Staudte. Krümmel sei wegen des weltweit einmaligen Leukämie-Clusters jedoch ein noch dramatischerer Sonderfall.