Grüne: "Expansion würde der Nord/LB schaden" - "Der selbstauferlegte Wachstumsdruck tut der Bank nicht gut"
Ablehnend haben sich die Grünen im Landtag zur Absicht der Norddeutschen Landesbank geäußert, ihr Engagement bei der Berliner Bankgesellschaft auszuweiten und dem Berliner Senat ein neues Kaufangebot...
Ablehnend haben sich die Grünen im Landtag zur Absicht der Norddeutschen Landesbank geäußert, ihr Engagement bei der Berliner Bankgesellschaft auszuweiten und dem Berliner Senat ein neues Kaufangebot zu unterbreiten. "Bei Vorstand und Gewährträgern der Nord/LB regiert die reine Unvernunft. Die Expansionspläne drohen der Landesbank schweren Schaden zuzufügen", erklärte der finanzpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion Michel Golibrzuch am Mittwoch in Hannover.
Bis heute sei zweifelhaft, ob es bei der Berliner Bankgesellschaft ein funktionierendes Con-trolling gebe. Einzelne Geschäftsfelder der Bank hätten zudem kaum noch Neuabschlüsse vorzuweisen, weil die besten Mitarbeiter längst zu anderen Wettbewerbern gewechselt seien. Im Ergebnis schreibe die Bankgesellschaft auch im operativen Geschäft nach wie vor rote Zahlen. Golibrzuch: "Eine Garantieerklärung des Berliner Senats für Risiken aus Altgeschäften kann das alles gar nicht auffangen."
Wenn die Nord/LB dessen ungeachtet an ihrer Kaufabsicht festhalte, beuge sie sich offenbar politischem Druck. So gebe es das erklärte Interesse des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, den "Sparkassenplatz" Berlin nicht aufzugeben. Dieses Ansinnen sei nachvollziehbar, könne aber nicht mit dem Geld von Nord/LB und Niedersächsischem Sparkassen- und Giroverband finanziert werden. Golibrzuch: "Diesen politischen Preis wollen wir nicht zahlen."
Aus Sicht des Grünen-Politikers sollte die Nord/LB sich künftig auf ihre Rolle als Regionalbank in Norddeutschland beschränken. Schon das Bemühen der Landesbank, im gesamten Ostseeraum Fuß zu fassen, müsse sich erst noch als Erfolgsrezept erweisen. Golibrzuch: "Der selbstauferlegte Wachstumsdruck tut der Bank nicht gut."
mg