Pressemeldung Nr. 3754 vom

Grüne: Flächendeckende Nutzung des Vorlandes widerspricht Nationalparkgedanken - Werbung mit Briefmarken reicht nicht

"Schon heute werden knapp 50% der Außendeichsflächen im Nationalpark genutzt, mehr ist aus Naturschutzsicht keinesfalls vertretbar" erklärte der Vareler Landtagsabgeordnete Hans-Joachim Janßen für die...

"Schon heute werden knapp 50% der Außendeichsflächen im Nationalpark genutzt, mehr ist aus Naturschutzsicht keinesfalls vertretbar" erklärte der Vareler Landtagsabgeordnete Hans-Joachim Janßen für die Landtagsfraktion der nds. Grünen zum Vorhaben der CDU/FDP-Koalition, zukünftig das Deichvorland flächendeckend zu nutzen. Ein Nationalpark diene nach internationalen Kriterien zuvorderst dazu, natürliche Entwicklungen zuzulassen. Das sei schon heute in weiten Bereichen nur unzureichend gewährleistet.
Natürlich sei der Teekanfall ein Problem, aber Stand der Kenntnis sei, dass eine extensive Nutzung nur wenig Einfluss auf das Treibselaufklommen am Deich habe. Eine intensive Nutzung würde zu einer völligen Artenverarmung im Grünland führen und verbiete sich von daher sowieso. "Insofern stellt sich auch die Frage, was denn neue Modellversuche auf bislang ungenutzten Flächen bringen sollen" ist Janßen skeptisch. Wenn man die Auswirkungen der Nutzung auf den Treibselanfall wissenschaftlich erfassen wolle, könne man sie ja auch auf bislang genutzten Flächen durchführen: "Das Bearbeitungsgebiet dafür ist riesengroß". Es dränge sich der Verdacht auf, man wolle auf diese Weise den schleichenden Einstieg in die Komplettnutzung herbeiführen.
Die Grünen favorisieren andere Lösungen: "Wenn man das Teekpoblem entschärfen will, muss man auch bei zukünftigen Deichbaumaßnahmen außendeichs Teekabfuhrwege anlegen und Teilbreiche außendeichs abpflastern, um das Treibgut bei jeder Witterung vom Deich zu bekommen und Deichschäden zu vermeiden. Auch Fahrzeuge mit geringem Flächendruck würden den Deich weniger beanspruchen. Eine flächendeckende Beweidung hingegen stellt den Nationalpark in Frage" plädiert Janßen für naturschutzverträgliche Lösungen. "Natürlich kosten diese Maßnahmen Geld; aber das sollte uns der Erhalt dieser weltweit einmaligen Naturlandschaft wert sein; naturnahe Salzwiesen gehören dazu; allein mit Briefmarken und Münzen zu werben, ist scheinheilig und hilft der Natur nicht".

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