Busemann operiert mit falschen Argumenten:GRÜNE fordern Aufhebung des Neugründungsverbotes für Gesamtschulen
"Der freie Elternwille muss überall ernst genommen werden und nicht nur dort, wo es dem Kultusminister ideologisch passt", so Ina Korter.
Die Landtagsgrünen haben Kultusminister Busemann vorgeworfen, im Zusammenhang mit den Gesamtschulanmeldungen mit falschen Argumenten zu operieren. Der Kultusminister hatte zum Schuljahresbeginn den zu hohen Anteil Hauptschulempfohlener an den Gesamtschulen beklagt und behauptet, diese Schülerinnen und Schüler würden an den Gesamtschulen nicht genügend gefördert.
"An den Gesamtschulen dominieren mit über 40% die Kinder mit einer Realschulempfehlung. Niedersachsens Eltern sind weiter als Herr Busemann. Sie wissen, dass ihre Kinder Anregungen durch Leistungsträger brauchen. Sie wollen nicht, dass ihre Kinder als 'nur praktisch Begabte' früh aussortiert werden", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ina Korteram Montag in Hannover. Die Eltern wollen die Bildungswege ihrer Kinder möglichst lange offen halten und keine Sortierung nach Klasse 4.
Gemessen an den Anmeldezahlen, fehlen in Niedersachsen ca. 2000 Gesamtschulplätze, sagte die Grünen-Politikerin. "Obwohl Minister Busemann keine Gelegenheit auslässt, die Gesamtschulen schlecht zu reden, schafft er es nicht, diese bei den Eltern beliebte Schulform zu diskreditieren".
Die tatsächliche Nachfrage nach Gesamtschulplätzen sei noch wesentlich größer. In vielen niedersächsischen Städten gäbe es keine Gesamtschulen, die angewählt werden könnten. Auch die neuen knappen Fristen würden Eltern eher davon abhalten, ihre Kinder überhaupt an den traditionell stark überlaufenen Gesamtschulen anzumelden, sagte Korter.
Die Grünen-Schulexpertin forderte Minister Busemann auf "das Neugründungsverbot für Gesamtschulen endlich aufzuheben. Der freie Elternwille muss überall ernst genommen werden und nicht nur dort, wo es dem Kultusminister ideologisch passt."