Pressemeldung Nr. 329 vom

Sexueller Missbrauch kein Kavaliersdelikt:Grüne fordern Aufklärung über Lehrer-Versetzung

Die schulpolitische Sprecherin der Landtagsgrünen Ina Korter hat vom Kultusministerium Aufklärung darüber gefordert, wie die oberste Dienstbehörde disziplinarrechtlich mit Lehrkräften umgeht, die wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt wurden.

Die schulpolitische Sprecherin der Landtagsgrünen Ina Korter hat vom Kultusministerium Aufklärung darüber gefordert, wie die oberste Dienstbehörde disziplinarrechtlich mit Lehrkräften umgeht, die wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt wurden. Anlass für diese Initiative ist der Fall eines wegen sexuellen Missbrauchs an Schülerinnen verurteilten Lehrers, der an ein anderes Gymnasium versetzt wurde.

Obwohl es laut Medienberichten in diesem Fall mehrfach zu sexuellen Übergriffen gegenüber Schülerinnen gekommen sei, wurde der betreffende Lehrer nach der Verurteilung zu 240 Tagessätzen disziplinarrechtlich nicht weiter belangt. Das Kultusministerium begründet dieses Vorgehen in der Antwort auf eine Grünen-Anfrage damit, dass der Lehrer freiwillig eine Gehaltsabstufung um zwei Besoldungsstufen beantragt habe, dem die Landesschulbehörde entsprochen habe.

Korter bezeichnete das Vorgehen als "skandalösen Umgang" mit einem ernstzunehmenden Straftatbestand. "Missbrauch ist kein Kavaliersdelikt", sagte die Grünen-Politikerin am Montag (heute) in Hannover. Ein derartiger "Freikauf" dürfe nicht zugelassen werden. "Damit wird der Schutz der Schülerinnen vor weiteren Übergriffen finanziellen Erwägungen und den Interessen des Täters geopfert. Jeder verdient eine zweite Chance, aber es muss sichergestellt werden, dass Schülerinnen und Schüler nicht gefährdet werden", sagte Korter.

Die Grünen-Politikerin hat für die Kultusausschusssitzung am Freitag dieser Woche eine Unterrichtung durch die Landesregierung beantragt.

Zurück zum Pressearchiv