Jeglicher Verdacht von Vorteilsnahme muss ausgeräumt werden - Rückzahlung erst nach Presseanfragen?:GRÜNE fordern Aufklärung über Wulffs Billigflug nach Florida
Vollständige Aufklärung über die Zusammenhänge der Finanzierung des Weihnachtsur-laubs von Ministerpräsident Christian Wulff in Florida hat der Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Stefan Wenzel gefordert.
Vollständige Aufklärung über die Zusammenhänge der Finanzierung des Weihnachtsurlaubs von Ministerpräsident Christian Wulff in Florida hat der Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Stefan Wenzel gefordert. Es sei zumindest "merkwürdig", dass der Ministerpräsident die ihm von Air Berlin vor über drei Wochen geschenkte Flugvergünstigung erst jetzt zurückzahle, da dieser Vorgang presseöffentlich wird, sagte der Grünen-Politiker am Wochenende in Hannover. Fraglich sei daher, zu welchem Zeitpunkt Herr Wulff erkannt habe, dass die Finanzierung durch die Fluggesellschaft den Verdacht einer rechtswidrigen Vorteilsnahme begründen könnte.
Wenzel erinnerte an eine "unrühmliche Historie firmenfinanzierter Reisen" von Politikern; insbesondere auch in Niedersachsen. Herr Wulff habe seinerzeit als Oppositionsführer in dieser Frage zum Beispiel in der Glogowski-Affäre die Messlatte sehr hoch gelegt. "Da hat auch die CDU gefordert, dass jeglicher Verdacht von Korruption und Interessenkollision sofort ausgeräumt werden muss!" Der lapidare Hinweis des Regierungssprechers, dass die "Sache erledigt" sei, weil Wulffs Rückzahlung jetzt abgebucht wurde, reiche dafür nicht aus. Wenzel: "An einer vollständigen Aufklärung führt kein Weg vorbei!"