Konsequenzen aus Chancenlosigkeit auf Berufsbildungsmarkt ziehen:GRÜNE fordern Auflösung der Hauptschulen
„Die Hauptschüler haben immer geringere Chancen, eine Ausbildungsstelle zu finden. Es ist unverantwortlich, die Schülerinnen und Schüler weiter in diese Bildungssackgasse zu schicken“, so Ina Korter.
Die Auflösung der Hauptschulen in Niedersachsen hat die schulpolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, Ina Korter, als Konsequenz aus dem neuen Bildungsbericht der Kultusministerkonferenz gefordert. "Die Hauptschüler haben immer geringere Chancen, eine Ausbildungsstelle zu finden. Es ist unverantwortlich, die Schülerinnen und Schüler weiter in diese Bildungssackgasse zu schicken", sagte Korter. Niedersachsen müsse endlich den Nachbarländern Hamburg und Schleswig-Holstein folgen und die Hauptschulen als eigenständige Schulformen auflösen. Der Bildungsbericht habe deutlich gemacht, dass die Hälfte der Hauptschüler auch 13 Monate nach ihrem Schulabschluss noch keine Lehrstelle gefunden hätten. "Den Hauptschulen laufen längst die Schüler weg", so Korter.
Die Landesregierung müsse endlich die Konsequenzen aus den wissenschaftlichen Studien ziehen, nach denen in den Hauptschulen eine optimale Förderung der Schülerinnen und Schüler aus sozial benachteiligten Familien nicht möglich sei. Dies habe auch eine PISA-Sonderauswertung von 2006 gezeigt. Diese Studie hatte auch den Hauptschulen in Niedersachsen ein verheerendes Zeugnis ausgestellt. "Wer nicht eine ganze Schülergeneration ins Abseits schieben will, darf sie nicht weiter in eine Schulform schicken, die längst zur Restschule geworden ist."
Als "Realitätsverweigerung" bezeichnete Korter die Position der schwarz-gelben Regierungskoalition, dass Gesamtschulen nur dort gegründet werden dürften, wo auch alle Schulformen des gegliederten Schulsystems gesichert würden. "Die Hauptschule wird es auch ohne Gesamtschulneugründungen bald nicht mehr geben", so Korter.