Pressemeldung Nr. 332 vom

Besondere Probleme durch Aussetzen der Wehrpflicht und doppeltem Abijahrgang :GRÜNE fordern Ausbildungsprogramm

Durch die terminliche Überschneidung zur Aussetzung von Wehrpflicht und Zivildienst und dem doppelten Abiturjahrgang im Sommer 2011 befürchtet der wirtschaftspolitische Sprecher der Landtagsgrünen Enno Hagenah in Niedersachsen den „Kollaps des Systems der Berufsausbildung“.

Durch die terminliche Überschneidung zur Aussetzung von Wehrpflicht und Zivildienst und dem doppelten Abiturjahrgang im Sommer 2011 befürchtet der wirtschaftspolitische Sprecher der Landtagsgrünen Enno Hagenah in Niedersachsen den "Kollaps des Systems der Berufsausbildung". Anders als an den Universitäten seien für diesen Bereich keine Sonderprogramme zur Ausweitung des Angebotes vorgesehen. "Die Landesregierung hat für diesen seit längerem absehbaren Extremfall keinerlei Vorsorge getroffen", sagte der Grünen-Politiker. Im Haushaltsentwurf für 2011 habe sie die Mittel für Ausbildungsförderung im Vergleich zum laufenden Jahr sogar gekürzt.

Ein großer Teil der 12.000 jungen Menschen, die bisher als Wehrpflichtige oder Zivildienstleistende eingesetzt waren, müssten gemeinsam mit den zusätzlichen 18.000 AbiturientInnen im Jahr 2011 mit Ausbildungs- und Studienplätzen versorgt werden. Dabei würden die Jugendlichen mit höher qualifizierten Schulabschlüssen in der Regel die mit den niedrigeren Abschlüssen vom Ausbildungsmarkt verdrängen, so Hagenah weiter. Schon in den vergangenen Jahren hätte in Niedersachsen nur weniger als die Hälfte der Jugendlichen nach dem Hauptschulabschluss gleich eine Lehrstelle erhalten. Das sei der schlechteste Wert bundesweit.

"Nach diesen Erfahrungswerten könnte es sein, dass in Niedersachsen im nächsten Jahr Hauptschüler nach dem Schulabschluss fast keine Chance auf einen Ausbildungsplatz haben", sagte der Grünen-Politiker.

Hagenah forderte CDU und FDP auf, die Einführung einer Ausbildungsplatzumlage nicht länger zu tabuisieren und ein Landesprogramm zur dualen Ausbildung aufzulegen, anstatt noch mehr Warteschleifen im Übergangssystem mit oft unzureichendem Erfolg aufzumachen.

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