Pressemeldung Nr. 195 vom

Das Problem der Zwangsverheiratungen wird in diesem Sommer wieder verstärkt auftreten, wenn junge Frauen mit vorwiegend türkischem Migrationshintergrund Urlaub im Herkunftsland ihrer Familien machen.:GRÜNE fordern besseren Schutz vor Zwangsverheiratung

Das Problem der Zwangsverheiratungen wird in diesem Sommer mit dem Ferienbeginn wieder verstärkt auftreten, wenn junge Frauen mit vorwiegend türkischem Migrationshintergrund Urlaub im Herkunftsland ihrer Familien machen.

Genaue Zahlen, wie viele Migrantinnen jedes Jahr im Sommerurlaub gegen ihren Willen verheiratet werden, gebe es zwar nicht, so die frauenpolitische Sprecherin der niedersächsischen GRÜNEN Elke Twesten. Die Landtagsabgeordnete stützt sich allerdings auf Schätzungen von Hilfseinrichtungen wie Hatun & Can e.V. (Berlin), die bundesweit von nahezu 5000 Zwangsverheiratungen ausgehen. "Diese mittlerweile von den Vereinten Nationen als Menschenrechtsverletzung geächtete Praxis darf nicht länger hingenommen werden. Es muss darum gehen, den Opfern zu helfen – und zwar wirksam und schnell", so Twesten. Vor diesem Hintergrund fordert sie die niedersächsische Landesregierung auf, sich beim Bund dafür einzusetzen, diesen Frauen und Mädchen ein Rückkehrrecht nach Deutschland zu gewähren, um sich aus einer unter Zwang im Ausland vollzogenen Eheschließung lösen zu können.

Einen weiteren wichtigen Beitrag zum Schutz von zwangsverheirateten Frauen und Mädchen sieht Elke Twesten in der Sicherung von Kriseneinrichtungen, wie der vom Land eingerichtete Interventionsstelle ADA (türkisches Synonym für Insel) in Hannover, die den "Ferienbräuten" Hilfe und Unterkunft in akuten Notsituationen anbietet. "ADA muss sich künftig stärker um die Opfer von Zwangsehen kümmern können", sagte Twesten unter Hinweis auf die derzeit unzureichende finanzielle Ausstattung, "denn diese leisten gerade für Migrantinnen überlebenswichtige Hilfen. Es muss darum gehen, diese Hilfen auszubauen, statt den allgegenwärtigen Kürzungen tatenlos zuzusehen!"

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