GRÜNE fordern Beweissicherung und Information für Anwohner und Einsatzkräfte zum Zugunglück in Bad Münder
Das Zugunglück in Bad Münder vom vergangenen Montag, bei dem ein Kesselwagen mit der hochgiftigen und krebserregenden Chemikalie Epichlorhydrin (ECH) explodierte, wird auf Initiative der Landtagsfrakt...
Das Zugunglück in Bad Münder vom vergangenen Montag, bei dem ein Kesselwagen mit der hochgiftigen und krebserregenden Chemikalie Epichlorhydrin (ECH) explodierte, wird auf Initiative der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen jetzt auch den niedersächsischen Landtag beschäftigen. Der in einem betroffenen Ortsteil von Bad Münder lebende Abgeordnete Thomas Schröder fordert eine Unterrichtung des für Katastrophenschutz zuständigen Innenausschusses sowie umfassende Informationen für Anwohner und Einsatzkräfte. Die Bitte nach einer kurzfristigen Information heute (Freitag) im Wirtschafts- und Verkehrsausschuss wurde von SPD und CDU abgelehnt.
Auch eine umfassende Beweissicherung wird von den Grünen gefordert. Es müssten müssten Boden- und Lebensmittelproben gesichert werden, damit bei möglichen späteren Erkrankungen ein Nachweis über die Ursachen möglich sei. Blutproben der AnwohnerInnen und HelferInnen müssten untersucht werden, sagte Schröder.
Der Grünen-Politiker weiter: "Die Informationspolitik von Bahn und Behörden ist eine Katastrophe für sich". Es bestehe der Verdacht, dass über 500 Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr vermeidbaren Risiken ausgesetzt waren, weil über die Gefahren von ECH zu spät und unvollständig informiert wurde.
Irritiert zeigte sich Schröder auch darüber, dass offenbar niemand Bescheid weiß, welche Gefahrgüter in den Waggons transportiert wurden. "Der Weg des kleinsten Päckchens kann inzwischen über das Internet verfolgt werden, aber die Bahn befindet sich immer noch im technologischen Mittelalter und weiß noch nicht einmal, welche hochgiftigen Güter sie gerade transportiert."
Ts/gö