Mangelnde Berücksichtigung der Integration von behinderten Kindern kritisiert:GRÜNE fordern Fristverlängerung für kommunale Anträge auf Fördermittel für Krippenausbau
„Integration muss früher als mit drei Jahren beginnen. Deshalb sollten Kommunen, die die für Integrationsgruppen notwendigen höheren räumlichen Standards umsetzen, auch besonders finanziell unterstützt werden“, so Miriam Staudte.
Die Landtagsgrünen fordern, dass die Frist, innerhalb der die niedersächsischen Kommunen beim Land Fördermittel zum Krippenausbau beantragen können, aufgehoben wird. Der Antragsschluss am 31. Juli würde für viele Gemeinden die Planungsprozesse erschweren und rechtzeitige Meldungen unmöglich machen, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Miriam Staudte am Freitag in Hannover.
Im Grundsatz signalisierte die Grünen-Politikerin für ihre Fraktion die Zustimmung zu den neuen Förderrichtlinien zum Ausbau der Betreuungsinfrastruktur im Bereich der unter Dreijährigen. "Endlich kann der Ausbau beginnen", sagte Staudte. Damit jedoch sowohl der aktuelle Bedarf an Krippenplätzen bedient als auch der bundesweit bis 2013 angestrebte Versorgungsgrad von 35 Prozent in Niedersachsen erreichbar wird, müssten alle "bürokratischen Hürden" aus dem Weg geräumt werden.
Scharf kritisierte die kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Grünen, dass die Integration von behinderten Kindern nicht berücksichtigt worden ist. "Integration muss früher als mit drei Jahren beginnen. Deshalb sollten Kommunen, die die für Integrationsgruppen notwendigen höheren räumlichen Standards umsetzen, auch besonders finanziell unterstützt werden", sagte Staudte.
Auf Ablehnung stößt auch die fehlende Zweckbindung der Fördermittel für die Tagespflege. "Theoretisch kann eine Tagesmutter, die ein Kind betreut, sich einen Anbau am Privathaus mit 13.000 Euro finanzieren lassen und nach nur sieben Jahren wieder aus dem Betreuungsgeschäft aussteigen. Es ist nicht klug, solche Mitnahmeeffekte zu ermöglichen", sagte Staudte.