Pressemeldung Nr. 92 vom

Selektives Schulsystem verletzt gleiches Recht auf Bildung:Grüne fordern Konsequenzen aus Kritik des UN-Berichterstatters Senor Munoz am deutschen Schulsystem

„Gerade der Jurist Busemann müsste es sehr ernst nehmen, wenn ein UN-Menschenrechtsexperte feststellt, dass in Deutschland das Grundrecht auf Bildung nicht gewahrt wird“, so Ina Korter.

Die stellvertretende Vorsitzende der grünen Landtagsfraktion Ina Korter hat davor gewarnt, auf Kritik des UN-Bildungsberichterstatters Senor Vernor Munoz Villalobos am deutschen Bildungssystem erneut mit aggressiver Abwehr zu reagieren. "Gerade der Jurist Busemann müsste es sehr ernst nehmen, wenn ein UN-Menschenrechtsexperte feststellt, dass in Deutschland das Grundrecht auf Bildung nicht gewahrt wird", sagte Korter. Die grüne Bildungsexpertin forderte, endlich Denkverbote aufzugeben und grundlegende Konsequenzen aus der internationalen Kritik an der deutschen Schule zu ziehen. "Nur durch Schönreden wird unsere Schule nicht besser", so Korter.

"Unser Schulsystem verletzt das Menschenrecht auf Bildung gleich mehrfach. Es ist nicht auf Integration ausgerichtet, sondern auf Selektion. Das hat Senor Munoz zu Recht kritisiert", sagte Korter. Kinder aus benachteiligten Familien und Kinder von Einwanderern würden strukturell diskriminiert, Flüchtlingskindern werde das Recht auf Bildung unter Missachtung der UN-Kinderrechtskonvention häufig vorenthalten. Ferner würden Sonderschüler und Hauptschüler in großer Zahl in Bildungssackgassen abgedrängt, so Korter.

"Es ist höchste Zeit, endlich eine neue Unterrichtskultur ohne Abschulung, Ausgrenzung und Beschämung in einer gemeinsamen Schule für alle auf den Weg zu bringen", so Ina Korter. Erster Schritt müsse die stufenweise Auflösung der Förderschulen (Sonderschulen) sein, sagte die Grünen Politikerin. "Wir wissen längst: Kinder mit Handicaps, Lernbehinderungen oder Lernbeeinträchtigungen lernen am besten mit nicht behinderten Kindern zusammen. Trotzdem kommt die Integration dieser Schülerinnen und Schüler seit mehr als 10 Jahren nicht voran", so Korter.

Auch die Hauptschule sei durch noch so viele Lippenbekenntnisse des Kultusministers nicht mehr zukunftsfähig. Von den Eltern werde sie immer deutlicher abgewählt.

"Kinder brauchen Herausforderungen und Leistungsträger, an denen sie sich messen können. Deshalb führt an der gemeinsamen Schule für alle Begabungen kein Weg vorbei", so Korter.
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